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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #177
#177

SOM230 / Pasireotid-verwandte SST-Agonisten

Kortistatin-14 und SST2-selektive Analoga im Vergleich

Was es ist

Dieses Profil beschreibt die Somatostatin-Analogon-Klasse systematisch und ergänzt die einzelnen Einträge.

Somatostatin (SRIF, Somatotropin-Release-Inhibiting Factor) hat 5 Rezeptor-Subtypen (SST1-5), alle Gi-gekoppelt. Das endogene 14-Aminosäuren-Peptid Somatostatin-14 aktiviert alle 5 Subtypen gleich. Therapeutisch wurden selektive Analoga entwickelt: Octreotid und Lanreotid sind SST2/SST5-selektiv, Pasireotid aktiviert SST1/2/3/5. Vapreotid (RC160) ist ein weiteres SST2/5-selektives Analogon mit Anwendung bei GI-Blutungen. Die Rezeptor-Selektivität bestimmt das klinische Profil: SST2 → GH/IGF-1↓ (Akromegalie), SST3 → Apoptose in Tumorzellen, SST5 → Insulinsekretion↓.

Wofür es erforscht wird

  • Akromegalie (GH-Suppression)
  • Neuroendokrine Tumoren (NET)
  • Cushing-Syndrom (ACTH-Suppression via SST5)
  • Karzinoid-Syndrom
  • Ösophagusvarizen-Blutung
  • GI-Fisteln (Sekretion↓)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Vapreotid: ~2 Stunden. Depot-Formulierungen von Octreotid/Lanreotid: 4 Wochen.

Anwendung in der Forschung

Vapreotid (Sanvar®): 25–50 µg/h i.v. bei Ösophagusvarizen-Blutung. In Europa in einigen Ländern erhältlich. Octreotid (#46) und Lanreotid (#78) als primäre SST-Analoga in der Datenbank.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Das Somatostatin-System ist eines der vielschichtigsten neuroendokrinen Regulationssysteme. Fünf Rezeptorsubtypen mit unterschiedlicher Expression in Geweben, teilweise gegensätzliche Wirkungen (z.B. SST1 vs. SST2 auf Apoptose), und komplexe Rezeptorkombinationen machen die Entwicklung selektiver Therapeutika schwierig und faszinierend.

SST-Rezeptor-Subtypen: Übersicht

SubtypHauptlokalisationHauptfunktionAffinität
SST1GH-Achse, TumorAntiproliferativOctreotid schwach
SST2Pankreas, GehirnGH↓, Insulin↓Octreotid stark
SST3Pankreas, GehirnApoptosePasireotid moderat
SST4ImmunsystemEntzündung↓Wenig klinisch
SST5Pankreas, HypophyseInsulin/ACTH↓Pasireotid stark

Vapreotid (RC-160)

Vapreotid (Sanvar®, Debiopharm) ist ein synthetisches SST2/5-selektives Oktapeptid-Analogon mit primärer Anwendung in der Akutbehandlung von Ösophagusvarizen-Blutungen. Es ist in einigen europäischen Ländern zugelassen, in Deutschland nicht Erstlinientherapie (Terlipressin oder Octreotid bevorzugt).

Pasireotid vs. Octreotid bei Akromegalie

Akromegalie durch somatotropes Hypophysenadenom:

  • Octreotid/Lanreotid (SST2/5): ~55% erreichen IGF-1-Normalisierung
  • Pasireotid (SST1/2/3/5): ~30% Ansprecher unter Octreotid sprechen auf Pasireotid an (vor allem bei SST5-überexprimierenden Adenomen)

Zukunft: Bispecific SST-Agonisten und Theranostika

DOTATATE/DOTATOC (SST2-selektive Analoga mit Chelator für ⁶⁸Ga oder ¹⁷⁷Lu) sind diagnostische (PET-CT) und therapeutische Radiopharmaka für NETs. Dieser Bereich (PRRT: Peptide Receptor Radionuclide Therapy) ist eine der erfolgreichsten Anwendungen von Peptid-Therapeutika.

Einschränkungen

Kein eigenständiger neuer Wirkstoff – Eintrag ergänzt bestehende SST-Profile. Vapreotid als wenig bekanntes klinisches Analogon. SST-Selektivität hat therapeutische Grenzen – Resistenzmechanismen und SST-Crosstalk.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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