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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #152
#152

Retosiban

GSK221149A – Selektiver Oxytocin-Rezeptor-Antagonist Tokolytikum

Was es ist

Retosiban (GSK221149A) ist ein nicht-peptidisches, oral bioverfügbares Oxytocin-Rezeptor-Antagonist (ORA), entwickelt von GlaxoSmithKline für die Behandlung des spontanen Frühgeburtsbestrebens (sPTB).

Trotz 'nicht-peptidisch' ist es eng mit dem Peptid-Tokolytikum Atosiban verwandt im Mechanismus: kompetitive Blockade des Oxytocin-Rezeptors (OTR) → Uteruskontraktionen hemmen. Retosiban unterscheidet sich von Atosiban durch: orale Bioverfügbarkeit, höhere OTR-Selektivität (weniger Vasopressin-V1a-Kreuzreaktivität), und potenziell günstigeres Nebenwirkungsprofil. Das Molekül gelangte in Phase-III-Studien (ARIOS-Programm), aber GSK entschied sich gegen einen Zulassungsantrag.

Wofür es erforscht wird

  • Frühgeburt (Tokolyse)
  • Uterushypertonus
  • Menorrhagie (OTR-Modulation)
  • Dysmenorrhoe

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

~2–4 Stunden nach oraler Gabe. Metabolisierung CYP3A4.

Anwendung in der Forschung

Klinische Studien: 6 mg i.v. Bolus, dann 6 mg/h i.v. Infusion für akute Tokolyse. Orale Erhaltungsdosis in Studien erprobt. Nicht zugelassen oder kommerziell verfügbar.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Frühgeburt (vor 37 SSW) ist weltweit die häufigste Ursache perinataler Morbidität und Mortalität. Tokolytika können Kontraktionen hemmen und Zeit für pränatale Kortikosteroid-Gabe (Lungenreifung) gewinnen – das eigentliche Ziel ist selten die Verhinderung der Frühgeburt selbst, sondern Zeitgewinn von 48–72 Stunden.

Retosiban war der wissenschaftlich vielversprechendste Tokolytikum-Kandidat der letzten zwei Jahrzehnte – oral verfügbar, selektiv, mit gutem Nebenwirkungsprofil. Dass GSK trotz positiver Phase-III-Daten keinen Zulassungsantrag stellte, spiegelt die wirtschaftliche Realität des Tokolytikum-Markts wider.

Wirkmechanismus

  • OTR-Blockade: Kompetitive Hemmung des Oxytocin-Rezeptors auf Myometriumzellen → Gq-Signaling↓ → IP3/Ca²⁺ Mobilisierung↓ → Myosin-Leichtkettenkinase-Aktivierung↓ → Relaxation
  • Selektivität: Ki OTR ~0,65 nM; Ki V1a ~5000 nM (>7000× selektiver als für Vasopressin-V1a)
  • vs. Atosiban: Atosiban ist ein Peptid-Analogon mit gemischter OTR/V1a-Aktivität; Retosiban ist rein OTR-spezifisch

Vergleich Tokolytika

SubstanzKlasseRouteOTR-Selektivität
AtosibanPeptid-ORAi.v.Moderat
RetosibanSmall-molecule ORAi.v./oralHoch
NifedipinCa-AntagonistoralNein
IndometacinCOX-Hemmeroral/rektalNein

Warum kein Zulassungsantrag?

Phase-III-Daten (ARIOS-Studie) zeigten statistische Non-Inferiority zu Placebo für primären Endpunkt (Geburt >48h nach Therapiebeginn) – dieser Endpunkt ist für Tokolytika generell schwer zu „gewinnen” da das Ziel Zeitgewinn ist. Wirtschaftliche Überlegungen bei kleinem Markt mit generischer Konkurrenz (Indometacin, Nifedipin fast kostenlos) machten Zulassungsantrag unattraktiv für GSK.

Einschränkungen

Nicht zugelassen, nicht kommerziell erhältlich. Mechanistisch und präklinisch überzeugend, klinische Phase-III-Daten vorhanden aber kein Produkt. Frühgeburtsforschung generell schwierig durch heterogene Ätiopathologie.

STUDIEN

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