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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #103
#103

Relaxin-2

Schwangerschaftshormon und Anti-Fibrose-Peptid

Was es ist

Relaxin-2 ist ein endogenes Peptidhormon der Insulin/Relaxin-Superfamilie.

Beim Menschen existieren drei Relaxin-Formen (H1, H2, H3); Relaxin-2 ist die klassische bioaktive Form, die von Corpus luteum, Dezidua und Plazenta während der Schwangerschaft produziert wird, aber auch im nicht-schwangeren Zustand von Herz, Gehirn, Nieren und Prostata exprimiert wird. Relaxin-2 besteht aus zwei Peptidketten (A: 24 AS, B: 29 AS), die durch Disulfidbrücken verbunden sind – strukturanalog zu Insulin. Es bindet an RXFP1 (Relaxin Family Peptide Receptor 1) und signalisiert über Gi, Gs und β-Arrestin.

Wofür es erforscht wird

  • Akute Herzinsuffizienz (Serelaxin, Phase III)
  • Kardiale Fibrose und Remodeling
  • Pulmonale Hypertension
  • Chronische Nierenerkrankung (anti-fibrotisch)
  • Leberfibrose und -zirrhose
  • Systemische Sklerodermie
  • Fertilitätsbehandlung und Geburtsvorbereitung

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma 8–20 Minuten. Als Dauerinfusion eingesetzt.

Anwendung in der Forschung

Serelaxin (rekombinantes humanes Relaxin-2, Novartis, RLX030): i.v. Dauerinfusion 30 µg/kg/Tag. Phase III RELAX-AHF-2 bei akuter Herzinsuffizienz – primärer Endpunkt (180-Tage-Mortalität) nicht erreicht. Kein aktueller Zulassungsantrag.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Relaxin wurde 1926 von Frederick Hisaw in Meerschweinchen-Serum entdeckt, weil es die Beckensymphyse während der Schwangerschaft aufweicht (lat. „relaxare” = erschlaffen). Jahrzehnte wurde es nur als Schwangerschaftshormon betrachtet.

Der Paradigmenwechsel kam, als RXFP1-Rezeptoren im Herzen, in Nieren, Leber und Lunge gefunden wurden. Relaxin-2 erwies sich als endogenes Anti-Fibrose-Peptid mit vasodilatierenden und anti-apoptotischen Eigenschaften. Serelaxin (rhRelaxin-2) weckte enorme Erwartungen für die Herzinsuffizienz – bis RELAX-AHF-2 (2019) zeigte, dass der Mortalitäts-Endpunkt trotz verbesserter Symptomatik nicht erreicht wurde.

Wirkmechanismus

  • RXFP1 (Gi/Gs): cAMP↑ + NO↑ → Vasodilatation renaler und hepatischer Arterien
  • Anti-Fibrose: Hemmung von TGF-β-Signaling, Downregulation von Kollagen I/III-Synthese, Hochregulation von Matrix-Metalloproteasen (MMP-1, MMP-3)
  • Kardioprotektiv: Reduktion kardialer Hypertrophie und Fibrose nach Ischämie
  • Renoprotektion: Steigerung des renalen Blutflusses, Glomeruläre Filtrationssteigerung
  • Relaxin in der Schwangerschaft: Beckenbänder, Gebärmutter-Vaskularisierung, Cervix-Reifung

RELAX-AHF-Saga

RELAX-AHF (2013) zeigte bei Herzinsuffizienz signifikante Dyspnoe-Reduktion und Trend zu geringerer 180-Tage-Mortalität. Das Folge-Trial RELAX-AHF-2 (n=6545) scheiterte am primären Endpunkt. Mögliche Erklärung: Nur ein bestimmter Phänotyp (vasokonstriktive Herzinsuffizienz, erhöhter SBP) profitiert.

Einschränkungen

Serelaxin ist derzeit kein zugelassenes Arzneimittel. Anti-Fibrose-Studien für Leber-/Nierenfibrose laufen noch. Die i.v.-only Applikation limitiert den Einsatz auf den Krankenhausbereich.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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