Bodycode_Research
Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #146
#146

ProTα / Prothymosin Alpha

Immunopotenzierundes Thymusprotein-Fragment

Was es ist

Prothymosin Alpha (ProTα) ist ein endogenes 109-Aminosäuren-saures Polypeptid, ubiquitär exprimiert in Zellkernen.

Es wurde 1977 aus Thymusgewebe isoliert und zunächst als spezifisches Thymushormon beschrieben, ist aber in allen Geweben vorhanden. Intrazellulär fungiert ProTα als Chromatin-Remodeling-Kofaktor (Interaktion mit Histon H1) und Zellzyklus-Regulator. Extrazellulär (ausgeschüttet bei Zellstress oder Nekrose) bindet ProTα an TLR4 auf Immunzellen → Immunstimulation. Das C-terminale Pentapeptid ProTα(105-109) = Thr-Lys-Asp-Glu-Leu ist biologisch aktiv und hat immunregulatiorische sowie neuroprotektive Eigenschaften.

Wofür es erforscht wird

  • Immunstimulation (NK-Zellen, DC)
  • Krebsimmuntherapie (Immunadjuvans)
  • HIV-Infektion (immunrestaurierend)
  • Neuroprotektion (anti-apoptotisch)
  • Anti-Aging (Thymusfunktion)
  • Sepsis (DAMPs/TLR4-Signaling)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Unbekannt für exogenes ProTα. Fragmentpeptide kurz.

Anwendung in der Forschung

Kein zugelassenes Therapeutikum. In Japan wurde ProTα-Analogon (DP178, später als Alzheimer-Neuroprotektikum) untersucht. Klinische Studien in asiatischen Ländern mit ganzen ProTα.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

Premium freischalten – 99 € einmalig

Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

ProTα ist eines jener Proteine, die intrazelluläre Kernfunktionen mit extrazellulären Immunfunktionen vereinen – ein Konzept, das als DAMP (Damage-Associated Molecular Pattern) beschrieben wird. DAMPs werden bei Zellschädigung freigesetzt und dienen als „Alarmsignale” des Immunsystems.

ProTα wurde ursprünglich als Thymus-spezifisches Immunhormon beschrieben (verwirrender Name: es ist kein echter Thymosin-Verwandter außer aus historischen Gründen). Die tatsächliche Biologie ist komplexer: ubiquitäre Expression, multiple Funktionen, extrazelluläre Immunsignale.

Wirkmechanismus

  • Intrazellulär: Chromatin-Dekondensation (HDAC-Hemmung), Zellzyklus-Förderung (Cyclin D1), Anti-Apoptose (Bcl-2↑)
  • Extrazellulär/TLR4: ProTα als DAMP → TLR4 auf Makrophagen und NK-Zellen → Immunaktivierung
  • NK-Zell-Aktivierung: Direkte Steigerung NK-Zytotoxizität gegen Tumorzellen
  • Dendritische Zellen: Reifung und Aktivierung von DCs → Antitumor-Immunantwort
  • Neuroprotektiv: Extrazelluläres ProTα schützt Neuronen vor Glutamat-Exzitotoxizität und Ischämie (TLR4-unabhängig, GluR-Modulation)

C-terminale Fragmente

Das C-terminale Fragment ProTα(100-109) ist das aktiv immunmodulierende Peptid-Fragment. Kürzere Versionen (105-109, Thr-Lys-Asp-Glu-Leu) behalten biologische Aktivität. Diese kurzen Fragmente sind stabiler und potenziell therapeutisch besser nutzbar.

Klinische Ansätze (Asien)

In Japan und China gibt es klinische Studien mit ProTα-haltigen Präparaten als Krebsimmuntherapie-Adjuvanz. Die Evidenzqualität entspricht nicht westlichen Standards.

Einschränkungen

Kein zugelassenes ProTα-Therapeutikum in westlichen Ländern. Klinische Daten ausschließlich aus asiatischen Märkten. Mechanismus TLR4-DAMP komplex und nicht vollständig entschlüsselt. Sicherheitsprofil systemischer ProTα-Gabe unbekannt.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

Zurück zur Datenbank
Teilen