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Therapeutische PeptideZugelassen (Ausland)Profil #136
#136

Plecanatid

Trulance® – Uroguanylin-Analogon für IBS-C

Was es ist

Plecanatid (SP-304, Trulance®) ist ein synthetisches 16-Aminosäuren-Peptid, das dem endogenen Darmhormon Uroguanylin (16 AS) strukturell entspricht.

Es wurde von Synergy Pharmaceuticals entwickelt und 2017 (CIC) sowie 2018 (IBS-C) von der FDA zugelassen. Wie Linaclotid aktiviert Plecanatid den Guanylat-Cyclase-C-Rezeptor (GCC) auf Darmepithelzellen → cGMP↑ → Chlorid- und Bikarbonat-Sekretion → weicher Stuhl. Der entscheidende Unterschied zu Linaclotid: Plecanatid ist pH-sensitiv – es ist im Dünndarm (pH 7,0) wenig aktiv, wird aber im Kolon (pH 7,4) vollständig aktiviert. Dies entspricht der physiologischen Uroguanylin-Wirkweise und soll zu weniger Diarrhö führen als Linaclotid.

Wofür es erforscht wird

  • Chronische idiopathische Obstipation (CIC)
  • Reizdarm mit Obstipation (IBS-C)
  • Viszerale Analgesie (cGMP-Mechanismus)
  • Kolorektalkrebs-Prävention (GCC-Tumorsuppressor)
  • Vergleich mit Linaclotid (pH-Selektivität)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kaum systemische Resorption. Lokale Darmwirkung.

Anwendung in der Forschung

3 mg oral einmal täglich mit oder ohne Mahlzeit. FDA-zugelassen 2017 (CIC) und 2018 (IBS-C). EMA-Zulassung nicht erteilt.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Im Ausland zugelassen – in DE nicht

Diese Substanz ist in einzelnen Ländern (z. B. USA) als Arzneimittel zugelassen, in Deutschland jedoch nicht. Ein Import oder die Anwendung in Deutschland ist rechtlich problematisch. Die Inhalte dienen ausschließlich der Information über den internationalen Forschungs- und Zulassungsstand.

Hintergrund

Plecanatid und Linaclotid sind die zwei zugelassenen GCC-Agonisten und stellen eine neue Klasse von Darm-Therapeutika dar. Plecanatid wurde als „physiologischeres” Analogon entwickelt: Uroguanylin (der endogene Ligand) wird von Enterocyten im Duodenum sezerniert und entfaltet seine maximale Wirkung im Kolon, wo der pH-Wert höher ist.

Linaclotid hingegen basiert auf dem STa-Enterotoxin-Peptid und ist pH-unabhängig – es wirkt bereits im Dünndarm, was die höhere Rate von Dünndarm-assoziiertem Durchfall erklären könnte.

Wirkmechanismus

  • GCC-Aktivierung: Plecanatid → GUCY2C → cGMP↑ → CFTR-Aktivierung → Cl⁻-Sekretion + HCO₃⁻-Sekretion → osmotisch Wasser → weicher Stuhl
  • pH-abhängige Aktivierung: Bei pH 7,0 (Dünndarm) geringe Wirkung; bei pH 7,4 (Kolon) volle Aktivität → kolontargetierter Effekt
  • Viszerale Analgesie: cGMP dämpft nozizeptive C-Fasern im Kolon → Schmerzreduktion bei IBS
  • Minimale Resorption: Systemische Exposition vernachlässigbar → keine systemischen Nebenwirkungen

Vergleich Plecanatid vs. Linaclotid

ParameterPlecanatidLinaclotid
Endogener VorgängerUroguanylinSTa-Toxin-ähnlich
pH-AktivierungJa (pH 7,4)Nein
ZielortKolon-bevorzugtGesamter Darm
Diarrhö-RateWeniger (~6%)Mehr (~12-20%)
Dosis3 mg/Tag290 µg/Tag (IBS-C)
FDA-Zulassung2017/20182012

Einschränkungen

Diarrhö häufigste Nebenwirkung (6% vs. Placebo 1%). Bei Kindern <6 Jahren kontraindiziert (wie Linaclotid). Keine EMA-Zulassung in Europa (Synergy Pharmaceuticals bankrott 2019; Lizenz an Bausch Health).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Phase III RCT2026

Efficacy and tolerability of plecanatide for irritable bowel syndrome with constipation and chronic idiopathic constipation: a systematic review and meta-analysis

Akram U, et al. · Eur J Gastroenterol Hepatol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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