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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #110
#110

Pasireotid

Signifor® – Multi-Rezeptor-Somatostatin-Analogon

Was es ist

Pasireotid (SOM230, Signifor®/Signifor LAR®) ist ein synthetisches zyklisches Hexapeptid-Somatostatin-Analogon, entwickelt von Novartis.

Es hat ein breiteres Rezeptorprofil als Octreotid oder Lanreotid: Pasireotid bindet SST1 (30×stärker als Octreotid), SST2 (vergleichbar), SST3 (500×stärker), SST5 (40×stärker). Besonders die starke SST5-Bindung macht Pasireotid wirksam bei kortikotrophen Hypophysenadenomen (Morbus Cushing), da ACTH-sezernierende Adenomzellen überwiegend SST5 exprimieren, wenig SST2. Pasireotid wurde 2012 von FDA und EMA für Morbus Cushing und 2014 für Akromegalie zugelassen.

Wofür es erforscht wird

  • Morbus Cushing (pituitary ACTH-Adenom)
  • Akromegalie (octreotid-resistente Fälle)
  • Neuroendokrine Tumoren (NET)
  • Thyreotrophe Hypophysenadenome
  • Nelson-Syndrom (post-adrenalektomie)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Signifor s.c.: ~12 Stunden. Signifor LAR (monatliche i.m. Depot): effektive Suppression über 28 Tage.

Anwendung in der Forschung

Morbus Cushing: Signifor 0,6–0,9 mg s.c. zweimal täglich. Akromegalie: Signifor LAR 10–40 mg i.m. einmal monatlich. FDA und EMA zugelassen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Octreotid (das erste synthetische Somatostatin-Analogon) bindet primär SST2 und SST5 – ausreichend für die meisten wachstumshormonproduzierenden Akromegalie-Adenome (die stark SST2 exprimieren). Bei Morbus Cushing scheiterte Octreotid jedoch weitgehend, weil kortikotrophe Adenome hauptsächlich SST5 exprimieren, wenig SST2.

Pasireotid wurde rational designed, um SST5 stark zu binden. Die Strategdie war erfolgreich: Bei Morbus Cushing normalisiert Pasireotid die Cortisolausschüttung bei ~26% der Patienten (gegenüber Placebo) – ein bedeutsamer Fortschritt bei einer Erkrankung ohne viele medikamentöse Optionen.

Wirkmechanismus

  • Multi-SST-Bindung: SST1 > SST2 = SST5 > SST3 > SST4 Aktivierung
  • ACTH-Suppression (Morbus Cushing): SST5-reiche kortikotrophe Adenomzellen → ACTH-Sekretion↓ → Cortisol↓
  • GH-Suppression (Akromegalie): SST2+SST5 → GH-Sekretion↓ → IGF-1↓
  • Antiproliferativ: SST3-Aktivierung → Apoptose in Tumorzellen

Morbus Cushing – Einziger medikamentöser SST-Ansatz

Pasireotid ist einziges zugelassenes Somatostatin-Analogon für Morbus Cushing. Cortisol-Normalisierung bei ~26% (24-Wochen). Bei partieller Response weitere Normalisierung möglich. Steroidogenese-Hemmer (Metyrapon, Ketoconazol) und Glukokortikoic-Antagonist Mifepriston sind Alternativen.

Wichtige Nebenwirkung: Hyperglykämie

Pasireotid hemmt Insulinsekretion (SST5 auf β-Zellen) stärker als Octreotid → Hyperglykämie/Diabetes mellitus bei 57–73% der Patienten. Metformin und GLP-1-Agonisten werden zur Begleitbehandlung empfohlen.

Einschränkungen

Häufige Hyperglykämie-Nebenwirkung erfordert Blutzucker-Monitoring. Teureres Präparat als Octreotid/Lanreotid. Vollständige Remission bei Morbus Cushing nur in ~26%; operative Adenomresektion bleibt Ersttherapie.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Phase III RCT2014

Pasireotide versus octreotide in acromegaly: a head-to-head superiority study

Colao A, et al. · J Clin Endocrinol Metab

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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