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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #69
#69

PACAP

Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide

Was es ist

PACAP (Pituitary Adenylate Cyclase-Activating Polypeptide) ist ein endogenes Neuropeptid, das 1989 von Akira Arimura aus Schaf-Hypothalamus isoliert wurde.

Es existiert in zwei biologisch aktiven Formen: PACAP-38 (38 Aminosäuren, die vorherrschende Form) und PACAP-27 (27 Aminosäuren, N-terminale Sequenz). Beide Formen teilen die ersten 27 Aminosäuren mit etwa 68 % Sequenzhomologie mit VIP. PACAP bindet mit hoher Affinität an PAC1-Rezeptoren (PACAP-spezifisch) sowie mit geringerer Affinität an VPAC1 und VPAC2 (gemeinsam mit VIP). PAC1 ist im ZNS hochexprimiert.

Wofür es erforscht wird

  • Neuroprotektive Effekte (Schlaganfall, TBI, Parkinson)
  • Neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer)
  • Migräne-Pathophysiologie und Therapie
  • Retinale Neuroprotektion
  • Stressachsen-Regulation (HPA-Achse, PTBS)
  • Anti-apoptotische Signalgebung in Nervenzellen
  • Periphere Nervenschäden

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz im Plasma: 2–5 Minuten (endopeptidase-Abbau). PACAP-38 etwas stabiler als PACAP-27. Lokale ZNS-Wirkung durch langsamen Abbau im Extrazellulärraum länger.

Anwendung in der Forschung

Präklinisch intravenös, intranasal oder intranasale Zufuhr: 0,1–10 µg/kg. Intranasal vielversprechend für ZNS-Zugang (direkte olfaktorische Route). Keine klinisch validierte Dosierung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

PACAP wurde 1989 von Akira Arimura (Tulane University) bei der Suche nach Hypophysen-aktivierenden Substanzen aus dem Hypothalamus isoliert. Der Name beschreibt die ursprüngliche Entdeckungsaktivität: Stimulation der Adenylatzyklase in Hypophysenzellen. Jedoch erwies sich PACAP als weitaus bedeutsamer: Es ist eines der potentesten endogenen Neuroprotektiva, die bekannt sind.

Im ZNS wird PACAP in Hypothalamus, Hirnstamm, Kleinhirn, Hippocampus, Amygdala und Retina exprimiert. Im peripheren Nervensystem findet es sich in sensorischen und autonomen Neuronen sowie in Mastzellen und Immunzellen.

Wirkmechanismus

PACAP entfaltet neuroprotektive Effekte über multiple Signalwege:

  • cAMP/PKA-Aktivierung: Hauptsignalweg über PAC1 → Pro-Survival-Genexpression
  • MAP-Kinase (ERK1/2): Neuronales Überleben und Differenzierung
  • PI3K/Akt-Weg: Anti-apoptotisch → Hemmung von Caspase-3
  • Mitochondriale Protektion: Verhinderung der Cytochrom-C-Freisetzung bei ischämischem Stress
  • Anti-inflammatorisch: NF-κB-Hemmung, Mikroglia-Suppression
  • Neurogenese-Förderung: Stimulation neuronaler Stammzellen

Besonders bemerkenswert: PACAP wirkt bereits in picomolaren Konzentrationen neuroprotektiv.

Forschungsstand

In über 200 präklinischen Studien in Modellen von Schlaganfall, Parkinson, Alzheimer, retinalen Degenerationen, Rückenmarksverletzungen und Hirntraumata zeigte PACAP konsistente neuroprotektive Effekte. Die Datenlage gilt als einer der solidesten Belege für peptiderge Neuroprotektion überhaupt.

Migräne ist der einzige Bereich mit direkten humanen Daten: PACAP-38-Infusionen induzieren bei Migränepatienten (nicht bei Kontrollpersonen) zuverlässig Migräneattacken – ein einzigartiges biologisches Werkzeug zur Pathophysiologie-Erforschung. Monoklonale PACAP-Antikörper (z.B. Amgen AMG 301) werden als Migräne-Prophylaxe klinisch getestet.

Die kurze Plasma-Halbwertszeit ist das größte Hindernis für therapeutische Nutzung. Intranasal appliziertes PACAP über die olfaktorische Route umgeht die systemische Inaktivierung und zeigt im Tiermodell direkte ZNS-Wirksamkeit.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Tierstudie2014

PACAP stimulates functional recovery after spinal cord injury through axonal regeneration

Tsuchida M, et al. · J Mol Neurosci

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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