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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #26
#26

Octreotid

Somatostatin-Analogon (Sandostatin)

Was es ist

Ein synthetisches Oktapeptid (D-Phe-Cys-Phe-D-Trp-Lys-Thr-Cys-Thr-ol, durch Disulfidbrücke cyclisiert), das die biologisch aktive Kernsequenz des natürlichen Somatostatin-14 nachahmt.

Handelsname Sandostatin (Novartis). Bindet bevorzugt an Somatostatin-Rezeptorsubtypen SSTR2 und SSTR5. Die zyklische Struktur über die Cys2-Cys7-Disulfidbrücke verhindert den raschen Abbau durch Peptidasen und verlängert die Halbwertszeit von 1–3 Minuten (natives Somatostatin) auf ca. 2 Stunden.

Wofür es erforscht wird

  • Akromegalie (GH-Exzess)
  • Neuroendokrine Tumoren (NET)
  • Ösophagusvarizen-Blutung
  • Karzinoidsyndrom
  • Anti-Aging (GH-Suppression, experimentell)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: etabliert.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Ca. 1,7–1,9 Stunden (subkutan). Langwirksame Retardformulierung (LAR): ca. 3–4 Wochen.

Anwendung in der Forschung

Subkutan 3×/Tag 100–600 µg/Tag (Akromegalie), oder intravenös (akut bei Varizenblutung: 25–50 µg/h). Retardformulierung Sandostatin LAR 10–40 mg einmal monatlich i.m.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Octreotid wurde 1979 von Wilfried Bauer (Sandoz) synthetisiert und ist seit 1988 (FDA) in der klinischen Anwendung. Die Entwicklungsleistung bestand darin, aus dem 14-Aminosäuren-Peptid Somatostatin ein stabiles Oktapeptid zu destillieren, das die biologische Aktivität beibehält, aber die Halbwertszeit von Minuten auf Stunden verlängert. Die monatliche Depotformulierung (LAR) war eine weitere pharmakologische Meisterleistung.

Wirkmechanismus

Octreotid bindet selektiv an SSTR2 und SSTR5:

  • SSTR2 → Hemmung der GH-Sekretion (Hypophyse), Hemmung von Insulin und Glucagon (Pankreas), Tumorwachstumshemmung
  • SSTR5 → Hemmung der TSH- und Insulinsekretion

Die Gi-Protein-Kopplung bewirkt Adenylylcyclase-Hemmung → cAMP ↓ → Hemmung der Hormonsekretion.

Zulassungsindikationen

Akromegalie: Primärtherapie oder nach unvollständiger Hypophysen-OP. Normalisierung der GH/IGF-1-Spiegel bei ~50–60 % der Patienten unter optimierter Dosis.

Neuroendokrine Tumoren (NET): PROMID-Studie (Rinke 2009): Octreotid LAR verlängerte signifikant die Zeit bis zur Progression bei midgut-NET (14,3 vs. 6 Monate, HR 0,34). Erste Evidenz für antiproliferative Wirkung.

Karzinoidsyndrom: Kontrolle von Flush und Diarrhö bei serotoninproduzierenden NET.

Akute Ösophagusvarizen-Blutung: Vasokonstriktion der splanchnischen Gefäße → Reduktion des portalen Drucks. Kombiniert mit endoskopischer Therapie.

Nebenwirkungen

  • Gallenblasensteine (häufig bei Langzeitanwendung – SSTR-vermittelte Motilitätshemmung)
  • Steatorrhö, Übelkeit (GI-Effekte)
  • Hyperglykämie (Insulin-Hemmung überwiegt bei Langzeitanwendung)
  • Bradykardie (selten)

Im Biohacking-Kontext

Da Octreotid GH hemmt, ist seine Anwendung im Biohacking-Kontext paradox – dort wird GH-Stimulation gesucht, nicht Suppression. Dennoch taucht es gelegentlich als „GH-Reset” in Diskussionen auf. Dies ist medizinisch nicht sinnvoll und gefährlich (Hypoglykämie-Risiko durch Insulin-Suppression).

Wichtige Hinweise

  • Gallenstein-Monitoring: Regelmäßige Ultraschall-Kontrolle empfohlen
  • Blutzucker: Sowohl Hyper- als auch Hypoglykämie möglich (Insulin + Glucagon gehemmt)
  • Hypothyreose: Bei Langzeittherapie TSH-Kontrollen
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; relative KI bei Diabetes mellitus

Rechtlicher Status (Deutschland)

Verschreibungspflichtiges Arzneimittel (Sandostatin, Sandostatin LAR). Generika verfügbar. Kein Research Chemical.

Einordnung

Octreotid ist ein klassisches Beispiel für pharmakologisches Peptiddesign: Selektion des aktiven Kerns, Stabilisierung durch Zyklisierung, Verlängerung der Wirkdauer durch Depot-Formulierung. Klinisch unverzichtbar in Endokrinologie und Onkologie. Kein Biohacking-Kandidat.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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