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Stoffwechsel & FettverbrennungResearch Use OnlyProfil #170
#170

Peptide YY (3-36)

PYY3-36 – Intestinales Sättigungshormon-Fragment

Was es ist

PYY3-36 ist das biologisch dominante zirkulierende Fragment des Darmhormons Peptide YY.

Vollständiges PYY (PYY1-36, 36 Aminosäuren aus dem Dünndarm/Kolon) wird post-prandial aus L-Zellen sezerniert. Das Enzym DPP-IV (Dipeptidyl-Peptidase IV) spaltet sofort die N-terminalen 2 Aminosäuren (Tyr-Pro) ab → PYY3-36, das den Y2-Rezeptor (~30-fach selektiver als Y1-Rezeptor) aktiviert. PYY3-36 hemmt im Nucleus arcuatus die orexigenen NPY/AgRP-Neurone direkt → Nahrungsaufnahme↓. Es ist das Gegenstück zum Hunger-Peptid NPY: beide nutzen dasselbe Y-Rezeptor-System, aber entgegengesetzt.

Wofür es erforscht wird

  • Adipositas (Appetitsuppression)
  • Typ-2-Diabetes (GLP-1-Synergismus)
  • Bariatrische Chirurgie (Mechanismus)
  • Binge Eating Disorder
  • GI-Motilität (Ileal Brake)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

~12 Minuten im Plasma (durch weitere Proteolyse). Für therapeutischen Einsatz Stabilisierung erforderlich.

Anwendung in der Forschung

Klinische Studien: intranasales PYY3-36-Spray (Nastech/Merck), i.v.-Infusion für Forschung. Nastech-Nasalspray erreichte Phase II, wurde aber 2009 wegen unzureichender Wirksamkeit eingestellt. Keine Zulassung. Kombinationsstudien mit GLP-1 oder PYY als Nasal-Spray fortlaufend.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

PYY3-36 war 2002 eine der aufregendsten Entdeckungen in der Adipositas-Forschung. Rachel Batterham und Steve Bloom (Imperial College) zeigten, dass PYY3-36-Infusion bei Menschen die Nahrungsaufnahme um ~30% reduziert. Das Peptid wurde sofort als natürliches Sättigungshormon und potenzielle Adipositas-Therapie diskutiert.

Das Thema Bariatrische Chirurgie ist wichtig: Nach Roux-en-Y-Magenbypass steigen PYY3-36-Spiegel deutlich an – dies erklärt teilweise die anhaltende Gewichtsabnahme nach dem Eingriff.

Wirkmechanismus

  • Y2-Rezeptor-Aktivierung: PYY3-36 bindet präferentiell Y2-Rezeptor (Gi-gekoppelt) auf NPY/AgRP-Neuronen im Nucleus arcuatus → präsynaptische Hemmung der NPY-Ausschüttung → orexigenes Signal↓
  • Ileal Brake: Distale L-Zellen sezernieren PYY nach Mahlzeit → GI-Motilität↓ → Magenentleerung verlangsamt → längere Sättigung
  • Kalorienabhängig: PYY-Ausschüttung proportional zur Kalorienanzahl der Mahlzeit → physiologisches Rückkopplungssignal

Bariatrische Chirurgie

Nach Roux-en-Y-Magenbypass: L-Zellen im Dünndarm werden früher mit Nährstoffen konfrontiert → PYY3-36 und GLP-1 steigen stark an. Dies erklärt, warum bariatrische Patienten signifikant weniger Hunger haben als Diät-Patienten mit gleichem Gewichtsverlust.

PYY vs. PYY (1-36)

Peptide YY (#84 in der Datenbank) beschreibt PYY1-36. PYY3-36 ist das dominant zirkulierende und pharmakologisch selektivere Fragment. Der Eintrag hier fokussiert auf PYY3-36 als spezifisches therapeutisches Konzept.

Warum bisher kein Medikament?

Nasale Bioverfügbarkeit von PYY3-36 gering und variabel. Übelkeit als Nebenwirkung bei höheren Dosen. Kurze HWZ. GLP-1-RA (Semaglutid etc.) übernahmen den Markt mit besserer Effizienz und Verträglichkeit. Kombinations-Ansätze (PYY+GLP-1 oder PYY+Oxyntomodulin) in Forschung.

STUDIEN

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