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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #203
#203

NT69L / JMV431

Neurotensin-Analoga – Stabile Antipsychotika-Mimetika

Was es ist

NT69L und JMV431 sind stabile synthetische Analoga von Neurotensin (#94 in DB), entwickelt um die kurze HWZ (2-4 Minuten) des nativen Neurotensin zu überwinden.

NT69L: D-Lys8-Lys9-Neurotensin(8-13) – enthält D-Aminosäure für Protease-Resistenz. JMV431 ist ein cyclisches, lipophileres Analogon mit BBB-Penetranz nach systemischer Gabe. Diese Analoga behalten die antipsychotische, analgetische und neuroprotektive Wirkung von Neurotensin über NTS1R-Aktivierung, sind aber stabiler und systemisch anwendbar. Neurotensin-System als alternative Antipsychotika-Strategie ohne extrapyramidale D2-assoziierte Nebenwirkungen.

Wofür es erforscht wird

  • Schizophrenie (NTS1R-basierte Antipsychotika)
  • Analgesie (NTS1R spinal)
  • Sucht (Dopamin-Modulation)
  • Parkinson (Substanz-Nigra)
  • BBB-Penetrante Peptid-Analoga

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

NT69L: Stunden (D-Aminosäure-Schutz). JMV431: Stunden nach systemischer Gabe.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz. In Tierversuchen: s.c. oder i.p. NT69L für antipsychotische Effekte. JMV431 i.p. für ZNS-Wirkungen nach systemischer Gabe. Kein klinisches Therapeutikum.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Neurotensin (#94 in DB) hat antipsychotische Eigenschaften – aber eine Halbwertszeit von nur ~2 Minuten macht es als Therapeutikum unbrauchbar. Die Lösung: Stabile Analoga, die NTS1R aktivieren, aber Protease-resistent sind und im Idealfall die BBB überqueren.

NT69L und JMV431 sind Fortschritte in dieser Richtung, obwohl noch kein klinisch verwendbares Neurotensin-Analogon als Antipsychotikum existiert.

Neurotensin-Rezeptoren und Antipsychotische Wirkung

NTS1R (hohe Affinität): Im mesolimbischen System (VTA, Nucleus accumbens) → Modulation des Dopamin-D2-Systems → Antipsychotisch NTS2R (niedrige Affinität): Analgesie, spinale Modulation

Neurotensin ≠ D2-Antagonist: Neurotensin inhibiert Dopamin-Transmission OHNE D2-Rezeptor direkt zu blockieren → Keine klassischen extrapyramidalen Nebenwirkungen (Tardive Dyskinesia)

D-Aminosäuren als Stabilisierungsstrategie

NT69L: D-Lys8 in der aktiven Sequenz NT(8-13):

Native NT(8-13): Arg8-Arg9-Pro10-Tyr11-Ile12-Leu13
NT69L: D-Arg8-Lys9-Pro10-Tyr11-Ile12-Leu13

D-Arg in Position 8 verhindert Aminopeptidase-Spaltung → HWZ von Minuten → Stunden.

BBB-Problem bei Neurotensin-Analoga

Natives Neurotensin: Nicht BBB-penetrant (zu hydrophil, zu groß, zu geladen). JMV431 (cyclisiert, lipophiler) zeigt ZNS-Effekte nach i.p. – BBB-Penetranz verbessert. Noch nicht optimal.

Vergleich mit anderen Antipsychotika-Konzepten

AnsatzMechanismusNebenwirkungen
Klassische APD (Haloperidol)D2-Blockade+++ EPS
Atypische APD (Olanzapin)D2+5HT2Ametabolisch
NTS1R-AgonistenDopamin-Modulation indirektVermutlich weniger EPS

Einschränkungen

Alle Daten aus Tiermodellen. Keine klinischen Humanstudien mit NTS1R-Agonisten als Antipsychotika. BBB-Penetranz noch unvollständig gelöst. Kein pharmazeutisches Unternehmen hat bisher ein Neurotensin-Analogon in klinische Entwicklung gebracht.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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