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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #97
#97

Nesfatin-1

Hypothalamisches Sättigungspeptid – NUCB2-Fragment

Was es ist

Nesfatin-1 ist ein endogenes 82-Aminosäuren-Peptid, das 2006 von Yasuda et al.

in Japan entdeckt wurde. Es wird aus dem N-terminalen Fragment des Nukleobindin-2 (NUCB2)-Proteins durch Prohormon-Convertasen prozessiert. NUCB2/Nesfatin-1 wird primär in Neuronen des Nucleus arcuatus, Nucleus paraventricularis und des Nucleus tractus solitarius exprimiert – allesamt Schlüsselregionen für die hypothalamische Appetitregulation. Nesfatin-1 unterdrückt Nahrungsaufnahme auf Leptin-unabhängigem Weg, was es für Patienten mit Leptin-Resistenz potenziell relevant macht.

Wofür es erforscht wird

  • Appetithemmung und Gewichtsregulation (Leptin-unabhängig)
  • Glukosehomöostase und Insulinsekretion
  • Adipositas mit Leptin-Resistenz
  • Stress-induziertes Essen (Nesfatin hemmt stressinduzierte Hyperphagie)
  • Kardioprotektive Wirkung
  • Neuroprotektive Effekte
  • Schlaf-Wach-Regulation

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma ca. 15–30 Minuten. Wird durch Endopeptidasen abgebaut.

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum zugelassen. Forschungsdosen: 0,1–2 µg/kg i.c.v. (intrazerebroventri­kulär) oder peripher in Nagetier-Studien. Nasale oder orale Stabilisierungs-Analoga in Entwicklung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Nesfatin-1 wurde 2006 in einem eleganten Experiment entdeckt: NUCB2-mRNA-Knockdown durch siRNA in Ratten erhöhte die Nahrungsaufnahme, während NUCB2-Überexpression sie reduzierte. Das daraus extrahierte Peptid Nesfatin-1 erwies sich als das aktive Prinzip.

Besonders bedeutsam ist die Leptin-Unabhängigkeit: Da Leptin-Resistenz ein zentrales Problem der Adipositas-Behandlung ist, könnte Nesfatin-1 einen orthogonalen Weg zur Appetitregulation darstellen. Nesfatin-1-Spiegel sind bei Adipösen und Typ-2-Diabetikern typischerweise erhöht (möglicherweise als kompensatorische Reaktion), was die Physiologie kompliziert.

Wirkmechanismus

  • MC3R/MC4R-unabhängig: Nesfatin-1 wirkt auf Melanocortin-unabhängigem Weg im Hypothalamus
  • Leptin-unabhängig: Keine Aktivierung des Leptin-Rezeptors erforderlich
  • cAMP-Hemmung: In einigen Zelllinien über Hemmung der Adenylatzyklase vermittelt
  • Insulin-Sekretion: Direkte Stimulation pankreatischer β-Zellen
  • Stresshemmung: Hemmung CRH-vermittelter stressbedingter Hyperphagie
  • Anti-apoptotisch: Ursprüngliche Entdeckung im Kontext von Zell-Überleben

Klinische Relevanz

Nesfatin-1-Spiegel im Serum korrelieren invers mit BMI bei gesunden Personen, aber die Richtung ändert sich bei klinischer Adipositas. Als Biomarker für metabolisches Syndrom und Typ-2-Diabetes wird Nesfatin-1 intensiv untersucht. Eine direkte therapeutische Anwendung ist wegen schlechter Pharmakokinetik noch weit entfernt.

Einschränkungen

Alle Interventionsdaten kommen aus Tier-Studien (hauptsächlich Ratten). Humane Studien zu exogenem Nesfatin-1 fehlen. Die Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit peripherer Gabe ist unsicher.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2011

Nesfatin-1: a novel inhibitory regulator of food intake and body weight

Stengel A, et al. · Obes Rev

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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