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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #166
#166

Nafarelin

Synarel® – GnRH-Agonist Nasenspray für Endometriose

Was es ist

Nafarelin (RS-94991-298, [D-Nal(2)6]-LHRH) ist ein synthetisches GnRH-Analogon, entwickelt von Syntex/Roche und jetzt als Synarel® Nasenspray (Pfizer) vermarktet.

Die einzigartige Modifikation: D-2-Naphthylalanin (D-Nal(2)) in Position 6 anstatt des üblichen D-Ser(tBu) anderer GnRH-Agonisten. Die aromatische Naphthylgruppe erhöht die GnRH-Rezeptor-Affinität und hydrophobe Wechselwirkungen. Nafarelin ist in der FDA-Zulassung ausschließlich als intranasales Spray konzipiert (nicht als Injektion oder Implantat) und hat damit eine Besonderheit im GnRH-Agonisten-Feld.

Wofür es erforscht wird

  • Endometriose (hormonale Suppression)
  • Pubertas praecox (zentral)
  • Uterusmyome (präoperativ)
  • IVF-Protokolle (Downregulation)
  • PCOS (ovariell)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Nach nasaler Applikation: ~3 Stunden (Nasal-Bioverfügbarkeit ~3%).

Anwendung in der Forschung

Endometriose: 200 µg in ein Nasenloch morgens + 200 µg in das andere Nasenloch abends (400 µg/Tag). Pubertas praecox: 1600 µg/Tag (8× 200 µg). FDA 1990 zugelassen. EMA-Zulassung in verschiedenen EU-Ländern.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Nafarelin hat eine historische Bedeutung in der Endometriose-Therapie: Die wegweisende 1988 veröffentlichte NEJM-Studie von Henzl et al. verglich Nafarelin mit Danazol (dem damaligen Standard) und zeigte gleiche Wirksamkeit bei deutlich besserem Nebenwirkungsprofil. Diese Studie etablierte GnRH-Agonisten als bevorzugte Endometriose-Therapie.

Wirkmechanismus

Identisch mit anderen GnRH-Agonisten:

  • Flare-Phase (Tage 1–14): GnRH-R-Aktivierung → LH/FSH → Östrogen↑
  • Downregulation (ab Woche 2): GnRH-R-Downregulation → Hypophysendesensitisierung → Östrogen auf Postmenopause-Niveau → Endometriose-Herde atrophieren

D-Nal(2)6-Modifikation: Naphthylgruppe bietet hydrophobe Interaktionen mit GnRH-R-Bindungstasche → höhere Affinität als natives GnRH

Endometriose: Add-Back-Therapie

Problem bei GnRH-Agonisten: Hypöstrogenismus → Osteoporose, Hitzewallungen. Lösung: Add-back-Therapie (norethindron-acetat 5 mg/Tag oder niedrig-dosiertes Östrogen) → Knochen-schutz ohne Endometriose-Stimulation. Nafarelin + Add-back ist eine validierte Kombination.

Nafarelin bei Pubertas praecox

Zentrales Frühreife (CPP) bei Mädchen <8 Jahre, Jungen <9 Jahre: Gonadale Achse zu früh aktiviert → vorzeitiger Wachstumsstopp (Epiphysenschluss), psychosoziale Probleme. Nafarelin 1600 µg/Tag nasal → vollständige Suppression der gonadotropen Achse → normale Pubertät nach Beendigung der Therapie.

Einschränkungen

Schlechte nasale Bioverfügbarkeit (~3%) erfordert hohe Dosen. Einhaltungsprobleme bei 2×/Tag Nasenspray. Osteoporose-Risiko bei Langzeittherapie (>6 Monate) ohne Add-back. Hitzewallungen, Vaginaltrockenheit, Libidoverlust als häufige Nebenwirkungen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
RCT2005

A randomized, parallel, comparative study of the efficacy and safety of nafarelin versus danazol in the treatment of endometriosis in Taiwan

Cheng MH, et al. · J Chin Med Assoc

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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