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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #109
#109

Linaclotid

Linzess® – GC-C-Agonist für IBS-C und chronische Obstipation

Was es ist

Linaclotid (Linzess® in USA, Constella® in Europa) ist ein synthetisches 14-Aminosäuren-Peptid, das als Agonist am Guanylat-Cyclase-C-Rezeptor (GCC/GUCY2C) wirkt.

Es wurde von Ironwood Pharmaceuticals entwickelt und 2012 von FDA und 2014 von EMA zugelassen. Linaclotid imitiert die endogenen Liganden Guanylin und Uroguanylin, die GCC im Darmepithel aktivieren. Durch GCC-Aktivierung steigt intrazelluläres cGMP, was Chlorid- und Bikarbonat-Sekretion in den Darmlumen steigert → mehr Flüssigkeit im Stuhl, verbesserte Motilität. Systemische Absorption ist minimal (lokale Darmwirkung).

Wofür es erforscht wird

  • Reizdarm mit Obstipation (IBS-C)
  • Chronische idiopathische Obstipation (CIC)
  • Opioid-induzierte Obstipation
  • Viszerale Schmerzhemmung (cGMP-Mechanismus)
  • Kolorektalkrebs-Prävention (GCC-Tumorsuppressor)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kaum systemische Resorption. Lokale Wirkung im Dünndarm/Kolon.

Anwendung in der Forschung

IBS-C: 290 µg oral einmal täglich nüchtern. CIC: 145 µg oral einmal täglich nüchtern. FDA (2012) und EMA (2014) zugelassen. Häufigste Nebenwirkung: Diarrhö (dosisabhängig).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Linaclotid entstand aus der Grundlagenforschung zum GCC-Rezeptor (Guanylat-Cyclase-C), der durch das hitzestabile Enterotoxin (ST) mancher Bakterien (z.B. ETEC bei Reisediarrhö) hyperaktiviert wird und dann massive Sekretion und Durchfall verursacht. Umgekehrt aktivieren endogene Peptide (Guanylin, Uroguanylin) GCC physiologisch, um die intestinale Flüssigkeitssekrete zu regulieren.

Die Erkenntnis, dass GCC auch im viszeralen Schmerzsignalweg involviert ist (cGMP hemmt CFTR und unterdrückt Schmerzsignale von nozizeptiven Fasern), machte Linaclotid besonders interessant für IBS-C, wo Schmerz und Motilitätsstörung kombiniert vorliegen.

Wirkmechanismus

  • GCC-Aktivierung: Linaclotid bindet GUCY2C auf Darmepithelzellen → intrazelluläres cGMP↑
  • Chlorid-Sekretion↑: CFTR-Aktivierung → Cl⁻ in den Darmlumen → osmotisch Wasser nachziehend → weicher Stuhl
  • Bikarbonat-Sekretion↑: Alkalisierung des Darmlumens
  • Viszerale Analgesie: cGMP hemmt nozizeptive sensorische Neuronen → Schmerzreduktion (einzigartig unter Laxantien)
  • Minimale Systemresorption: Sicherheitsvorteil; keine systemischen Nebenwirkungen

GCC als Tumorsuppressor

GCC ist ein Tumorsuppressor im Darm; seine Expression geht bei kolorektalem Karzinom verloren. Linaclotid-ähnliche GCC-Agonisten werden als chemopräventive Substanzen für Kolorektalkrebs erforscht (Preclinical: Reduktion von Karzinogenese in Maus-Modellen).

Ähnliche Substanzen

  • Plecanatide (Trulance®): Uroguanylin-Analogon, GCC-Agonist, 2017 von FDA zugelassen für CIC und IBS-C
  • Guanylat-Cyclase-C-Agonisten sind eine zugelassene Substanzklasse mit zwei Vertretern

Einschränkungen

Diarrhö ist häufigste Nebenwirkung (15–20%); kann zum Absetzen führen. Bei Kindern unter 6 Jahren kontraindiziert (Tierversuche zeigten letale Dehydratation). Kein Einfluss auf nicht-obstipations-dominante IBS-Typen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Phase III RCT2025

Pharmacotherapy for Chronic Idiopathic Constipation and Constipation-Predominant Irritable Bowel Syndrome Beyond Conventional Laxatives: A Narrative Review

Sahu SK, et al. · Cureus

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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