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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #104
#104

Larazotid

AT-1001 – Tight Junction-Regulator gegen Leaky Gut

Was es ist

Larazotid (AT-1001) ist ein synthetisches 8-Aminosäuren-Peptid (Gly-Gly-Val-Leu-Val-Gln-Pro-Gly), das von Alba Therapeutics (später 9 Meters BioPharma) entwickelt wurde.

Es ist ein Antagonist des Zonulin-Rezeptors – Zonulin ist ein endogenes Protein (Präzonulin/HMGB1-ähnlich), das als Öffner interzellulärer Tight Junctions fungiert und intestinale Permeabilität erhöht. Larazotid verhindert die Öffnung von Tight Junctions durch Gluten-induzierte und andere Zonulin-Stimuli und reduziert damit die transepitheliale Permeabilität. Es wird oral verabreicht und wirkt lokal im Dünndarm.

Wofür es erforscht wird

  • Zöliakie (Gluten-induzierte Tight-Junction-Öffnung)
  • Leaky Gut Syndrom (erhöhte intestinale Permeabilität)
  • Typ-1-Diabetes (Darm-Pankreas-Achse)
  • Non-Celiac Gluten Sensitivity
  • Reizdarmsyndrom (IBS)
  • Autoimmunerkrankungen mit Darm-Beteiligung

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Lokal im Darm. Kaum systemische Absorption erwünscht (lokale Wirkung).

Anwendung in der Forschung

Oral: 0,5–2 mg dreimal täglich mit Mahlzeiten. Phase-IIb-Studien bei Zöliakie mit 0,5 mg tid zeigten signifikante Reduktion gastrointestinaler Symptome. Phase III für Zöliakie abgeschlossen (erste Auswertungen 2023).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Larazotid steht im Zentrum einer der kontroversesten Hypothesen der modernen Medizin: das „Leaky Gut Syndrom”. Alessio Fasano entdeckte Zonulin als regulierenden Öffner intestinaler Tight Junctions und postulierte, dass erhöhte Zonulin-Spiegel (und damit erhöhte Darmpermeabilität) Autoimmunerkrankungen, Allergien und chronische Entzündungen begünstigen.

Larazotid ist das einzige Peptid, das diesen Mechanismus direkt antagonisiert und klinisch erprobt wurde. Es ist damit der wissenschaftliche Test der Leaky-Gut-Hypothese: Falls erhöhte Darmpermeabilität kausal für Erkrankungen ist, sollte Larazotid diese verbessern.

Wirkmechanismus

  • Zonulin-Rezeptor-Antagonismus: Larazotid bindet und blockiert den Zonulin-Rezeptor auf Darmepithelzellen → Tight Junctions bleiben geschlossen
  • Tight-Junction-Stabilisierung: Erhöhung von Occludin, Claudin-3 und ZO-1 an Zell-Zell-Verbindungen
  • Reduzierte Para-Zelluläre Permeabilität: FITC-Dextran-Permeabilitätstests zeigen konsistent Reduktion
  • Immunologische Folge: Weniger Antigen-Translokation → reduzierte Immunaktivierung
  • Lokale Wirkung: Larazotid wird kaum resorbiert → kein systemisches Sicherheitsproblem

Klinische Daten

Phase-IIb-Studien bei Zöliakie (Patienten unter glutenfreier Diät mit persistierenden Symptomen):

  • Signifikante Reduktion von Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlveränderungen
  • 0,5 mg tid als optimale Dosis identifiziert
  • Sehr gutes Sicherheitsprofil

Phase-III-Studie (NCT00620451 und Folgestudien) bei Zöliakie abgeschlossen; Ergebnisse ausstehend für FDA-Submission.

Einschränkungen

Larazotid behandelt Symptome, nicht die Ursache der Zöliakie (Glutenunverträglichkeit). Als Ergänzung zur glutenfreien Diät sinnvoll, nicht als Ersatz. Das „Leaky Gut Syndrom” als Krankheitskonzept ist medizinisch weiterhin kontrovers; Larazotid könnte die Hypothese endgültig testen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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