Bodycode_Research
Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #65
#65

K(D)PT

Tripeptid-Fragment des Interleukin-1β

Was es ist

K(D)PT (Lys-D-Pro-Thr) ist ein synthetisches Tripeptid, das aus den Aminosäuren 193–195 des C-Terminus von Interleukin-1β (IL-1β) abgeleitet wurde.

Das 'D' in der Bezeichnung weist auf das D-Isomer von Prolin hin, was das Peptid gegenüber proteolytischem Abbau stabilisiert. K(D)PT wirkt als partieller Antagonist am IL-1-Rezeptor und moduliert den proinflammatorischen IL-1β-Signalweg ohne vollständige Blockade. Es wird auf neuroinflammatorische Erkrankungen, Multiple Sklerose und retinale Degeneration hin untersucht.

Wofür es erforscht wird

  • Neuroinflammation und Multiple Sklerose
  • Retinale Degeneration (AMD, diabetische Retinopathie)
  • Akute und chronische Entzündungsreduktion
  • Neuroprotektive Effekte im ZNS
  • Septischer Schock (experimentell)
  • Entzündliche Augenerkrankungen

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Kurz im Plasma, aber durch D-Prolin-Substitution deutlich stabiler als das L-Pro-Analogon KPT. Exakte Halbwertszeit nicht publiziert.

Anwendung in der Forschung

In präklinischen Studien intravitreal, subkutan oder systemisch. Dosierungen im Tiermodell: 0,1–10 mg/kg. Für retinale Erkrankungen werden intravitreale Formulierungen entwickelt. Keine humane Dosierung etabliert.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

Premium freischalten – 99 € einmalig

Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

IL-1β ist eines der mächtigsten proinflammatorischen Zytokine des menschlichen Immunsystems. Das Tripeptid K(D)PT wurde in der Erforschung von IL-1β-Regionsanalysen entdeckt: Bestimmte Sequenzabschnitte des reifen IL-1β-Proteins besitzen selbst regulatorische Eigenschaften und können die Aktivität des Gesamtmoleküls modulieren.

Die Stabilisierung durch D-Prolin (statt des natürlich vorkommenden L-Pro im KPT-Analogon) war ein entscheidender Fortschritt: Das natürliche Tripeptid KPT wird von Gewebeproteasen rasch inaktiviert, während K(D)PT signifikant stabiler ist und biologische Aktivität besser aufrechterhalten kann.

Wirkmechanismus

K(D)PT wirkt als partieller Modulator des IL-1-Systems:

  • Partielle IL-1R-Modulation: Bindet am IL-1-Rezeptor-Komplex und dämpft die proinflammatorische Signalkaskade ohne vollständige Blockade (wie Anakinra/IL-1Ra)
  • NF-κB-Inhibition: Reduktion der Aktivierung des Mastertranskriptionsfaktors der Inflammation
  • Zytokin-Profil: TNF-α↓, IL-6↓, IL-12↓ in Makrophagen und Mikroglia
  • Neuroprotektiv: In Mausmodellen der Multiplen Sklerose reduzierte K(D)PT die Demyelinisierung und verbesserte motorische Funktionen
  • Retinale Wirkungen: Schutz von Photorezeptoren und retinalem Pigmentepithel gegen inflammatorische Schäden

Forschungsstand

K(D)PT hat besonderes Interesse für ophthalmologische Anwendungen geweckt, da die intravitreale Applikation kleiner, stabiler Peptide technisch gut realisierbar ist. Für die Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und diabetischen Retinopathie – beide mit chronischer Neuroinflammation assoziiert – liegen ermutigende Tierdaten vor.

Im Bereich Multiple Sklerose zeigen präklinische Daten Potenzial als ergänzende anti-neuroinflammatorische Strategie, jedoch fehlen humane Studien. Das Konzept, aus einem proinflammatorischen Zytokin selbst ein anti-inflammatorisches Peptid abzuleiten, ist ein eleganter biologischer Ansatz.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

WEITERE PROFILE

Verwandte Peptide

Zurück zur Datenbank
Teilen