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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #124
#124

Gastrin

Gastrointestinales Peptidhormon – Magensäure und Mukosa

Was es ist

Gastrin ist ein endogenes Peptidhormon, das von G-Zellen des Magenantrums und des Duodenums sezerniert wird.

Es existiert in drei Hauptformen: Gastrin-34 (Big Gastrin, G-34), Gastrin-17 (Little Gastrin, G-17, häufigste periphere Form) und Gastrin-14 (Mini-Gastrin). Das aktive C-terminale Pentapeptid (Trp-Met-Asp-Phe-NH₂) ist für alle biologischen Aktivitäten verantwortlich. Gastrin bindet an CCK2R (Cholecystokinin-B-Rezeptor = Gastrin-Rezeptor) auf Belegzellen, ECL-Zellen (enterochromaffinähnliche Zellen) und Wachstumszellen der Mukosa. Es ist der physiologische Hauptstimulus der Magensäureproduktion nach Nahrungsaufnahme.

Wofür es erforscht wird

  • Zollinger-Ellison-Syndrom (Gastrinom-Diagnostik)
  • Helicobacter pylori und Hypergastrinämie
  • Magenkarzinom-Risiko (Hypergastrinämie als Risikofaktor)
  • CCK2R-Antagonisten für Magenkrebs-Prävention
  • Protonenpumpen-Inhibitoren und Gastrin-Spiegel
  • Pankreatische Betazell-Expansion (therapeutisch)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

G-17: im Plasma ~7 Minuten. G-34: ~15–20 Minuten.

Anwendung in der Forschung

Gastrin als Stimulationstest (Pentagastrin i.v., 6 µg/kg): diagnostisch für Magensäure-Sekretionstests und Kalzitonin-Stimulationstest (MTC). Pentagastrin wurde vom Markt genommen (FDA 2012). Gastrinstimulationstest heute durch Sekretin-Test ersetzt.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Gastrin ist eines der ältesten bekannten Gastrointestinalhormone. John Sidney Edkins entdeckte 1905 die Magenschleimhaut-Substanz, die Säure stimuliert – der Begriff „Gastrin” wurde etabliert. R.A. Gregory und H.J. Tracy sequenzierten Gastrin 1964 und ermöglichten damit die Entwicklung von Protonenpumpenhemmern und H₂-Blockern.

Das Zollinger-Ellison-Syndrom (1955 beschrieben) – massenhafte Gastrinproduktion durch pankreatische Gastrinome → unkontrollierte Magensäure → multiple Ulzera – machte die klinische Bedeutung der Gastrin-Achse deutlich.

Wirkmechanismus

  • CCK2R auf ECL-Zellen: Gastrin → Histamin-Freisetzung → H₂-Rezeptoren auf Belegzellen → H⁺/K⁺-ATPase-Aktivierung → Magensäure
  • Direkte CCK2R auf Belegzellen: Geringe direkte Säurestimulation
  • Trophisch: Gastrin stimuliert Proliferation der gastrischen Mukosa (Belegzellen, ECL-Zellen)
  • Motilität: Stimuliert Magenentleerung und untere Ösophagussphinkter-Tonus
  • Pankreatisch: Fördert Pankreasenzym-Sekretion

Gastrin und Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI)

Chronische PPI-Therapie hemmt Magensäure → kompensatorisch stark erhöhte Gastrin-Spiegel (reaktive Hypergastrinämie). Erhöhte Gastrin-Spiegel sind trophisch für die Magenmukosa → theoretisches, in epidemiologischen Studien aber nicht klar belegtes Karzinom-Risiko.

CCK2R-Antagonisten für Krebs?

CCK2R (Gastrinrezeptor) ist in verschiedenen Tumoren überexprimiert (Magen, Kolon, Pankreas). Gastrin-CCK2R-Signaling fördert Tumorwachstum. Antagonisten (Z-360, Itriglumide) werden als Krebstherapeutika in Phase I/II geprüft.

Einschränkungen

Natives Gastrin therapeutisch nicht nutzbar. Klinische Bedeutung liegt in Diagnostik (Serum-Gastrin-Test) und Pathophysiologie (Hypergastrinämie, Gastrinom).

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2012

Cholecystokinin and gastrin receptors targeting in gastrointestinal cancer

Rai R, et al. · Surg Oncol

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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