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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #105
#105

Galanin

Neuropeptid mit Schmerzmodulation und kognitiven Effekten

Was es ist

Galanin ist ein endogenes Neuropeptid, 1983 von Tatemoto et al.

aus porcinem Dünndarm isoliert. Beim Menschen besteht es aus 30 Aminosäuren (bei anderen Säugern 29). Der Name leitet sich von N-terminalem Glycin und C-terminalem Alanin ab. Galanin wird im Hypothalamus, Locus coeruleus, dorsalen Raphekern, Rückenmark und peripheren Nervenfasern exprimiert. Es bindet an drei G-Protein-gekoppelte Rezeptoren: GalR1 (Gi, hemmend), GalR2 (Gi und Gq, komplex), GalR3 (Gi, hemmend). Galanin koexistiert häufig mit anderen Neurotransmittern (Noradrenalin, Serotonin, Acetylcholin) und moduliert deren Freisetzung.

Wofür es erforscht wird

  • Alzheimer-Krankheit (GAL-Hyperinnervation, ACh-Suppression)
  • Schmerzmodulation (Rückenmark, Neuropathischer Schmerz)
  • Epilepsie (antikonvulsiv in Hippocampus)
  • Depression und Angststörungen
  • Kognition und Gedächtnis
  • Appetitregulation (Galanin fördert Fettkonsum)
  • Sympathisches Nervensystem und Blutdruck

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz im Plasma (<10 Minuten).

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum zugelassen. GalR1/GalR3-Antagonisten für Depression in Entwicklung. GalR2-Agonisten für Neuropathie. Alle präklinisch.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Galanin erlangte besonderes klinisches Interesse durch die Alzheimer-Forschung: In Alzheimer-Gehirnen sind cholinerge Neuronen des basalen Vorderhirns – die zentralen Gedächtnis-Neuronen – massiv von galaninergen Fasern überwuchert (hyperinnerviert). Diese Galanin-Überinnervation supprimiert die ACh-Freisetzung und verschlimmert damit den cholinergen Defizit-Zustand der Alzheimer-Erkrankung.

Die Hypothese: GalR1/GalR3-Antagonisten könnten ACh-Neuronen von der Galanin-Suppression befreien und kognitive Funktionen verbessern. Mehrere solche Antagonisten wurden entwickelt, sind aber nicht über Phase I/II hinausgekommen.

Wirkmechanismus

  • GalR1 (hemmend): Hemmung cholinerger Neuronaktivität im Hippocampus und basalen Vorderhirn → Gedächtnis-Suppression
  • GalR2 (komplex): Neuroprotektion, anti-apoptotisch, stimuliert Neuriten-Auswuchs
  • GalR3 (hemmend): Anti-Depression-ähnliche Effekte in Tiermodellen
  • Schmerzmodulation: Im Rückenmark → bi-direktionale Effekte: bei niedrigen Dosen analgetisch (GalR2), bei hohen hyperalgetisch
  • Antikonvulsiv: Galanin dämpft epileptiforme Aktivität im Hippocampus (interessant für Epilepsie-Therapie)
  • Appetit: Im Hypothalamus fördert Galanin Fettaufnahme und die Präferenz für fettreiche Nahrung

Alzheimer-Verbindung

Das Galanin-ACh-Dilemma bei Alzheimer ist ein Beispiel für kompensatorisches Neuropeptid-Remodeling: Die Galanin-Überproduktion ist möglicherweise ein Versuch, den Zellverlust zu verlangsamen (GalR2 ist neuroprotektiv), schadet aber gleichzeitig der cholinergen Transmission. GalR1/GalR3-Selektive Antagonisten könnten das Gleichgewicht kippen.

Einschränkungen

Galanin-System-Pharmakologie ist komplex (3 Rezeptoren, bi-direktionale Effekte). Selektive Liganden sind schwer zu entwickeln. Klinische Daten fehlen bisher vollständig.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Review2024

The therapeutic potential of galanin in the management of pain - a review article

Hökfelt T, et al. · Dan Med J

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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