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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #181
#181

Fezolinetant

Veoza® / Veozah® – NK3R-Antagonist für Menopause-Hitzewallungen

Was es ist

Fezolinetant (ESN364, ASTX660) ist ein oral bioverfügbarer, selektiver Neurokinin-3-Rezeptor (NK3R)-Antagonist.

Obwohl es selbst kein Peptid ist, wirkt es direkt auf das Neuropeptid-System: NK3R ist der Rezeptor für Neurokinin B (NKB), das von KNDy-Neuronen (Kisspeptin/Neurokinin-B/Dynorphin) im Nucleus arcuatus sezerniert wird. KNDy-Neuronen kontrollieren GnRH-Pulse und – über thermoregulatorische Verbindungen – Hitzewallungen. Im Klimakterium: Östrogenmangel → KNDy-Neuronen überaktiv → NKB-Ausschüttung↑ → NK3R-Aktivierung → Wärmeabgabe-Zone eng gesetzt → Hitzewallungen. Fezolinetant blockiert NK3R → dämpft überschießende thermoregulatorische Reaktion.

Wofür es erforscht wird

  • Menopause – vasomotorische Symptome (Hitzewallungen)
  • Klimakterium – nicht-hormonelle Therapie
  • GnRH-Puls-Regulation (KNDy-Neuronen)
  • Reproduktionsendokrinologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

~9 Stunden. Einmal täglich oral.

Anwendung in der Forschung

Veoza®/Veozah®: 45 mg oral einmal täglich. FDA genehmigt 22. Mai 2023. EMA genehmigt 9. November 2023. Erste zugelassene nicht-hormonelle Behandlung mit peptiderges Mechanismus für Wechseljahrs-Hitzewallungen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

Premium freischalten – 99 € einmalig

Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Hitzewallungen betreffen ~75% aller Frauen in der Menopause, und für viele sind sie schwerwiegend genug um die Lebensqualität erheblich zu beeinträchtigen. Jahrzehntelang war Hormonersatztherapie (HRT) die einzige wirksame Behandlung – mit Risiken (Brustkrebsrisiko, Thrombose).

Die Entdeckung des KNDy-Neuron-Mechanismus durch Rance et al. (2010) und die anschließende klinische Validierung durch Prague et al. (2017) revolutionierten das Verständnis der Hitzewallungen und lieferten ein neues nicht-hormonelles Target.

KNDy-Neuronen: Der Mechanismus

Normal: Östrogen hemmt KNDy-Neuronen (negative Feedback-Schleife) → moderate Neurokinin-B (NKB)-Aktivität → thermoregulatatorische Neutralzone weit → keine Hitzewallungen

Menopause: Östrogen fehlt → KNDy-Neuronen hyperaktiv → NKB-Ausschüttung↑ → NK3R auf benachbarten thermoregulatatorischen Neuronen aktiviert → Wärmeabgabe-Mechanismen (Vasodilatation, Schwitzen) bei kleinen Temperaturänderungen ausgelöst → Hitzewallungen

Fezolinetant: NK3R blockieren → Hyperaktivitäts-Loop unterbrochen → Thermoneutralzone stabilisiert → Hitzewallungen↓

SKYLIGHT-Studien (Phase III)

SKYLIGHT 1, 2, 4 (>1700 Patientinnen):

  • Frequenz der Hitzewallungen: −59% bis −64% vs. −33% bis −45% Placebo (Woche 12)
  • Schwere der Hitzewallungen: Signifikant verbessert
  • Verträglichkeit: Gut, Leberwerterhöhungen in SKYLIGHT 4 beobachtet → Leberwert-Monitoring empfohlen

Vergleich mit anderen nicht-hormonellen Optionen

WirkstoffMechanismusEvidenzZulassung
FezolinetantNK3R-Ant.Phase IIIFDA/EMA 2023
ElinzanetantNK3R-Ant.Phase III2024 (EMA)
OxybutyninAnticholinergikumschwachOff-Label
SSRI/SNRISerotoninmoderatOff-Label
GabapentinGABAmoderatOff-Label

Einschränkungen

Hepatotoxizität-Risiko (selten, Leberwert-Monitoring erforderlich). Keine Daten über 52 Wochen. Kein Effekt auf andere Menopause-Symptome (Scheidentrockenheit, Osteoporose) – nur vasomotorisch.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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