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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #118
#118

Etelcalcetid

Parsabiv® – Calcimimetikum für sekundären Hyperparathyreoidismus

Was es ist

Etelcalcetid (AMG 416, Parsabiv®) ist ein synthetisches Heptapeptid aus D-Aminosäuren (D-Cys-D-Ala-D-Arg-D-Arg-D-Ala-D-Arg-D-Arg-NH₂), das Disulfid-gebunden an einen endogenen Cystin-Rest des Kalzium-sensing-Rezeptors (CaSR) bindet und diesen aktiviert.

Es wurde von Amgen entwickelt und 2016 von FDA und EMA zugelassen. Etelcalcetid gehört wie Cinacalcet (Mimpara®) zur Klasse der Calcimimetika – Substanzen, die die Kalziumsensitivität des CaSR erhöhen und dadurch PTH-Sekretion aus Nebenschilddrüsenzellen hemmen. Der Vorteil gegenüber oralem Cinacalcet: Etelcalcetid wird direkt bei der Dialyse i.v. gegeben.

Wofür es erforscht wird

  • Sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT) bei Dialyse
  • CKD-MBD (Chronische Nierenerkrankung-Mineral-Knochen-Erkrankung)
  • Kalziumstoffwechsel und Knochenschutz
  • Compliance-Verbesserung gegenüber oralem Cinacalcet

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma nach i.v. Injektion: ~3–4 Wochen (sehr lange durch Albumin-Bindung). Dreimal wöchentlich Dialyse-Gabe.

Anwendung in der Forschung

5 mg i.v. dreimal wöchentlich am Ende der Hämodialyse. Dosisbereich 2,5–15 mg. FDA (2016) und EMA (2016) zugelassen für sHPT bei Erwachsenen auf Hämodialyse.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT) bei Dialysepatienten entsteht durch chronisch-nierenbedingte Störung der Kalzium-Phosphat-Homöostase: Niedriges Kalzium und hohes Phosphat stimulieren PTH-Sekretion dauerhaft → Nebenschilddrüsen-Hyperplasie → massiv erhöhtes PTH → renale Osteodystrophie, Gefäßverkalkung, erhöhte Mortalität.

Orales Cinacalcet war bisher Goldstandard, hat aber Compliance-Probleme (häufige GI-Nebenwirkungen, dreimal tägliche Einnahme). Etelcalcetid löst dieses Problem: direkte i.v. Gabe am Ende jeder Dialysesitzung sichert 100% Compliance.

Wirkmechanismus

  • CaSR-Aktivierung: Etelcalcetid bindet kovalent (Disulfid-Brücke) an Cys482 des CaSR auf Nebenschilddrüsenzellen
  • Allosterische Aktivierung: Erhöhte Kalziumsensitivität des CaSR → PTH-Sekretion auch bei niedrigem Kalzium gehemmt
  • PTH↓: Signifikante Reduktion intakter PTH-Spiegel
  • Knochenremodeling: Verbesserung von Knochenmarker (ALP, P1NP) unter Therapie

Vergleich Etelcalcetid vs. Cinacalcet

ParameterEtelcalcetidCinacalcet
Applikationi.v. (Dialyse)Oral (3×/Tag)
Compliance100%Variable
PTH-ReduktionStärkerGeringer
GI-NebenwirkungenWenigerHäufig (Übelkeit)
HypocalcämieÄhnlichÄhnlich
KostenHöherGeringer

Einschränkungen

Nur für Hämodialyse-Patienten; nicht für peritoneal dialysierte oder frühere CKD-Stadien zugelassen. Hypocalcämie ist häufigste Nebenwirkung (überwachungspflichtig). Höhere Kosten als Cinacalcet.

STUDIEN

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