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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #121
#121

Eptifibatid

Integrilin® – GP IIb/IIIa-Antagonist bei akutem Koronarsyndrom

Was es ist

Eptifibatid (Integrilin®) ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid, das von den RGD-haltigen Disintegrin-Peptiden aus Schlangengift (Barbourin aus Sistrurus m.

barbouri) abgeleitet wurde. Es enthält die Schlüsselsequenz KGD (Lys-Gly-Asp) statt RGD (Arg-Gly-Asp), die ihm Selektivität für GPIIb/IIIa gegenüber anderen Integrinen verleiht. Es wurde von COR Therapeutics entwickelt und 1998 von der FDA zugelassen. Eptifibatid bindet reversibel an den Fibrinogen-Bindungsort des Glycoprotein-IIb/IIIa-Rezeptors auf aktivierten Thrombozyten und verhindert damit die Thrombozyten-Aggregation.

Wofür es erforscht wird

  • Akutes Koronarsyndrom (NSTEMI, instabile Angina)
  • Perkutane Koronarinterventionen (PCI)
  • Tiefe Venenthrombose (experimentell)
  • Thrombozytenaggregations-Hemmung

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma 2,5 Stunden. Platelet-Bindungs-Effekt reversibler als bei Abciximab.

Anwendung in der Forschung

ACS: i.v. Bolus 180 µg/kg, dann Infusion 2 µg/kg/min bis zu 72 Stunden. PCI: Doppel-Bolus (2×180 µg/kg) + Infusion. FDA (1998) und EMA zugelassen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Eptifibatid entstammt einem naturstoffbasierten Entwicklungsansatz: Schlangengifte enthalten Disintegrine – kurze RGD-haltige Peptide, die Blutgerinnung hemmen. Forschern gelang es, einen selektiven, synthetischen, reversibler GP-IIb/IIIa-Inhibitor zu entwickeln.

GP IIb/IIIa ist das wichtigste Aggregations-Integrin auf Thrombozyten: es bindet Fibrinogen und verbindet aktivierte Thrombozyten. Alle drei zugelassenen GP-IIb/IIIa-Antagonisten (Abciximab, Eptifibatid, Tirofiban) hemmen diesen finalen gemeinsamen Weg der Thrombozytenaggregation.

Wirkmechanismus

  • GP IIb/IIIa-Blockade: Eptifibatid bindet reversibell den Fibrinogen-Bindungsort (RGD-Bindungsstelle) des Integrins αIIbβ3
  • Aggregationshemmung: Keine Fibrinogen-Quervernetzung zwischen aktivierten Thrombozyten möglich
  • Schnelle Reversibilität: Nach Absetzen normalisiert sich Thrombozytenfunktion binnen 4 Stunden (Vorteile bei Blutungskomplikationen oder dringendem operativem Eingriff)
  • KGD vs. RGD-Selektivität: KGD-Sequenz reduziert Kreuzreaktivität mit anderen Integrinen (αvβ3)

GP IIb/IIIa-Antagonisten im Vergleich

SubstanzTypReversibilitätHWZ
Abciximab (ReoPro®)Antikörper-FragmentLangsam (48-72h)10-30 min (freies)
Eptifibatid (Integrilin®)PeptidSchnell (4-6h)2,5 h
Tirofiban (Aggrastat®)Nichtpeptid-MimetikumSchnell (4-8h)2 h

PURSUIT-Studie (1998, NEJM)

Bei NSTEMI/instabiler Angina (n=10.948): Signifikante Reduktion von Tod oder Myokardinfarkt (14,2% vs. 15,7%, p=0,04) – bescheidener aber statistisch signifikanter Benefit.

Einschränkungen

Im Zeitalter der modernen dualen Thrombozytenhemmung (Ticagrelor, Prasugrel) werden GP IIb/IIIa-Antagonisten weniger genutzt. Blutungsrisiko erhöht. Thrombozytopenie (selten aber ernsthaft). Nur i.v. verfügbar.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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