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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #123
#123

Endomorphin

EM-1 und EM-2 – Endogene μ-Opioid-Tetrapeptide

Was es ist

Endomorphin-1 (EM-1) und Endomorphin-2 (EM-2) sind synthetische/endogene Tetrapeptide mit C-terminaler Amidierung: EM-1: Tyr-Pro-Trp-Phe-NH₂; EM-2: Tyr-Pro-Phe-Phe-NH₂.

Sie wurden 1997 von James Zadina und Abba Kastin aus bovinem Hypothalamus isoliert und sind die einzigen bislang bekannten endogenen Peptide mit hoher Selektivität für den μ-Opioid-Rezeptor (MOR, >4000-fach gegenüber δ und κ). Alle anderen endogenen Opioide (β-Endorphin, Enkephaline) binden MOR und δ-Rezeptor ohne starke Selektivität. Endomorphine zeigen im Tiermodell starke Analgesie, aber weniger Atemdepression, Abhängigkeit und GI-Nebenwirkungen als klassische MOR-Agonisten.

Wofür es erforscht wird

  • Schmerztherapie (potente Analgesie)
  • Reduktion klassischer Opioid-Nebenwirkungen
  • Spinale und supraspinale Analgesie
  • Opioid-Toleranz und Suchtmechanismen
  • Inflammation und neuroimmunologische Analgesie
  • Krebsschmerz und chronischer Schmerz

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Sehr kurz nativ (<5 Minuten). Metabolische Stabilisierung durch Methylierung/D-Aminosäure-Substitution möglich.

Anwendung in der Forschung

Kein Therapeutikum zugelassen. Strukturanaloga mit verbesserten Eigenschaften in präklinischer Entwicklung. Intrathekale Gabe effektiver als systemische in Tiermodellen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die Entdeckung der Endomorphine 1997 war aus opioidpharmakologischer Sicht bedeutsam, weil es nach Jahrzehnten der Suche die ersten hochselektiven endogenen MOR-Liganden waren. Die Theorie besagte, dass der μ-Rezeptor – der für Analgesie und Sucht verantwortlich ist – seinen eigenen endogenen Liganden haben müsste.

Die Hoffnung: Wenn EM-1 und EM-2 trotz starker MOR-Selektivität weniger Nebenwirkungen als Morphin haben, könnten Strukturvarianten dieser Tetrapeptide das ideale Analgetikum darstellen – stark wirksam, aber ohne Atemdepression und Suchtpotenzial.

Wirkmechanismus

  • MOR-Selektivität: EM-1 und EM-2 binden MOR mit Ki ~0,36/0,69 nM (hoch selektiv)
  • Gi-Signaling: cAMP↓, GIRK-Kanal-Öffnung, Ca²⁺-Einstrom-Hemmung → präsynaptisch: Neurotransmitter-Hemmung; postsynaptisch: Hyperpolarisierung
  • Spinale Analgesie: Besonders potente Wirkung auf spinale MOR → Schmerzhemmung im Rückenmark
  • Reduzierte β-Arrestin-Rekrutierung?: Möglicherweise weniger rezeptor-Desensibilisierung als Morphin → weniger Toleranz
  • Immunmodulation: Opioidrezeptoren auf Immunzellen → Endomorphine modulieren Immun-Antwort

Endomorphin-Analoga

Stabilisierte Endomorphin-Analoga zeigen im Tiermodell:

  • Stärkere Analgesie
  • Weniger GI-Motilitätshemmung (Obstipation)
  • Weniger Atemdepression
  • Geringeres Suchtpotenzial (keine konditionierte Platz-Präferenz in Ratten)

Warum noch kein klinisches Opioid?

  1. Sehr kurze Halbwertszeit (metabolische Instabilität)
  2. Blut-Hirn-Schranken-Gängigkeit von Peptiden begrenzt
  3. Klinische Translation von reduzierter MOR-Selektivität auf verringerte Nebenwirkungen unbewiesen
  4. Entwicklungskosten hoch

Einschränkungen

Alle Vorteile gegenüber Morphin bislang nur im Tiermodell. Orale Bioverfügbarkeit null. Klinische Entwicklung auf Eis. Die grundlegende Pharmakologie ist aber gut etabliert.

STUDIEN

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