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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #96
#96

CGRP

Calcitonin Gene-Related Peptide – Migräne-Schlüsselmediator

Was es ist

CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) ist ein endogenes 37-Aminosäuren-Neuropeptid, das 1982 aus dem Calcitonin-Gen (CALC1) durch alternatives mRNA-Splicing entsteht.

Es existiert in zwei Isoformen: α-CGRP (überwiegend ZNS und periphere Nervenfasern) und β-CGRP (enteral). CGRP ist eines der stärksten endogenen Vasodilatatoren und wird massiv aus trigeminalen Nervenfasern bei Migräne-Attacken freigesetzt. Der CGRP-Rezeptor (CLR/RAMP1-Komplex) ist in kranialen Gefäßen, Trigeminus-Ganglion und im Hirnstamm exprimiert. Die CGRP-Hypothese der Migräne ist heute Standard in der Neurologie.

Wofür es erforscht wird

  • Migräne-Prophylaxe und Akuttherapie (Hauptindikation)
  • Cluster-Kopfschmerz
  • Trigeminale Neuropathien
  • Kardiovaskuläre Schutzwirkung (Herz)
  • Knochenregeneration (CGRP in Osteoblasten)
  • Wundheilung und Neurogenic Inflammation
  • Thermosensorik und Schmerz

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma: 5–10 Minuten. Durch Endopeptidasen rasch inaktiviert.

Anwendung in der Forschung

CGRP selbst: kein Therapeutikum (zu kurze HWZ). Zugelassene Therapien: CGRP-Rezeptor-Antagonisten (Gepante): Ubrogepant, Rimegepant, Atogepant – oral; Anti-CGRP-Antikörper (mAbs): Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab, Eptinezumab – monatliche Injektion oder i.v.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Die CGRP-Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte der translationalen Neurologie. 1985 wurde CGRP im Trigeminus-Ganglion nachgewiesen; 1990 zeigten Lancet-Studien, dass CGRP-Spiegel während Migräne-Attacken erhöht sind. 2018 revolutionierte Erenumab (Aimovig®) – der erste Anti-CGRP-Antikörper – die Migräne-Prophylaxe.

CGRP ist das prominenteste Beispiel eines Neuropeptids, für das eine vollständige Pathophysiologie → Biomarker → Therapeutikum-Kette in der Neurologie gelungen ist. In weniger als 30 Jahren von der Entdeckung zur zugelassenen, kausal ansetzenden Therapie.

Wirkmechanismus

  • CGRP-Freisetzung: Trigeminale Nociceptoren aktiviert → massiver CGRP-Release → Vasodilatation kranialer Gefäße
  • Neurogenic Inflammation: CGRP bewirkt Mastzell-Degranulation, Plasmaextravasation, Hyperalgesie
  • Zentrale Sensibilisierung: CGRP in Trigeminus-Nucleus caudalis → Allodynie und Hyperalgesie
  • Perivaskuläre Wirkung: CGRP-Rezeptoren auf glatten Muskelzellen → Gefäßerweiterung → Kopfschmerz-Mechanismus
  • Kardioprotektiv: Koronare Vasodilatation, Ischämie-Prä-Konditionierung

Die CGRP-Revolution in der Migränetherapie

WirkstoffMechanismusIndikationStatus
Erenumab (Aimovig®)Anti-CGRP-R mAbMigräne-ProphylaxeZugelassen
Fremanezumab (Ajovy®)Anti-CGRP mAbMigräne-ProphylaxeZugelassen
Galcanezumab (Emgality®)Anti-CGRP mAbMigräne-Prophylaxe, ClusterZugelassen
Rimegepant (Nurtec®)CGRP-R-AntagonistAkut + ProphylaxeZugelassen
Ubrogepant (Ubrelvy®)CGRP-R-AntagonistAkuttherapieZugelassen
Atogepant (Qulipta®)CGRP-R-AntagonistProphylaxeZugelassen

Einschränkungen

Anti-CGRP-Antikörper sind teuer und nicht für alle Patienten gleich wirksam. Langzeitwirkungen der vollständigen CGRP-Blockade auf kardiovaskuläre Schutzfunktionen (CGRP ist kardioprotektiv) werden noch überwacht.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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