Hintergrund
CCK gilt als eines der ersten Sättigungshormone, das experimentell identifiziert wurde. Bereits 1973 zeigten Gibbs, Young und Smith, dass intraperitoneale CCK-Injektion bei Ratten die Mahlzeitgröße reduziert – ein fundamentaler Befund für die hormonelle Appetitregulation. Der Beweis, dass CCK über den Vagusnerv wirkt (vagotomierte Ratten zeigten keine CCK-Sättigungsantwort), legte die Grundlage für das Konzept der Darm-Gehirn-Kommunikation.
Wirkmechanismus
CCK entfaltet seine Hauptwirkungen über zwei Rezeptortypen:
- CCK1R (CCKA): Peripher – Gallenblase, Pankreas, Vagusafferenzen → Sättigung, Verdauungsenzyme, Gallenblasenkontraktion
- CCK2R (CCKB): ZNS – Angst (Amygdala, Septum), Analgesiepotenzierung, Dopamin-Modulation
Sättigungsmechanismus: CCK bindet an CCK1R auf Vagusafferenzen → Signal über Nervus vagus → Nucleus tractus solitarius → Hypothalamus → Sättigungsgefühl. Dieser Mechanismus ist kurz und malzeitgebunden (kein langfristiger Gewichtsverlust durch CCK alleine).
Forschungsstand
CCK-1R-Agonisten für Adipositas haben in frühen klinischen Studien enttäuscht (Tachyphylaxie, kurze Wirkdauer). Vielversprechender sind Kombinationen von CCK-Effekten mit GLP-1: CCK synergisiert mit GLP-1 an Vagusafferenzen. Das Dualinkret-System könnte stärkere und nachhaltigere Sättigungseffekte erzielen.
CCK-8S als Antagonist-Testsystem und Sincalid als diagnostisches Mittel bei Gallenblasen- und Pankreaserkrankungen sind klinisch etabliert.

