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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #258
#258

Calreticulin-Peptid

CRT-Fragment – Immunogener Zelltod-Signal und Phagozytose-Aktivator

Was es ist

Calreticulin (CRT) ist ein 46-kDa-ER-Chaperon-Protein.

Bestimmte Calreticulin-Peptide/Fragmente fungieren als immunogene Zelltod-Signale (Immunogenic Cell Death, ICD). Bei ICD transloziert CRT von intrazellulär (ER) an die äußere Plasmamembran → Surface-CRT als 'Eat-me'-Signal. CRT-Fragmente binden dann SCARF1 und CD91 (LRP1) auf dendritischen Zellen → Phagozytose der sterbenden Tumorzelle → Aufnahme von Tumor-Antigenen → MHC-I-Kreuzpräsentation → CD8+ T-Zell-Aktivierung gegen Tumor. CRT-Translokation ist ein Qualitäts-Biomarker für ICD-induzierende Chemotherapeutika (Doxorubicin, Oxaliplatin, Mitoxantron). Synthetische CRT-Peptide werden als Impfstoff-Adjuvanzien und Phagozytose-Aktivatoren für die Krebsimmuntherapie entwickelt.

Wofür es erforscht wird

  • Immunogener Zelltod (ICD)
  • Krebsimmuntherapie (Tumorvakzinierung)
  • Phagozytose-Aktivierung
  • Dendritic Cell Reifung
  • Anthrazyklin-Wirkmechanismus
  • Eat-me Signal-Biologie

Stand der Forschung

Evidenzlevel: präklinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Surface-CRT: Stunden (bis zur Phagozytose). Lösliche CRT-Fragmente: kurzlebig.

Anwendung in der Forschung

Forschungsreagenz/präklinisch. CRT-Peptide als Impfstoff-Komponenten getestet. CRT-Expressionsstatus als Biomarker für ICD-Chemotherapie. Calreticulin-Fusionsproteine für gezielte Phagozytose-Aktivierung in Entwicklung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Das Konzept des Immunogenen Zelltods (ICD) revolutionierte das Verständnis, warum manche Chemotherapeutika eine lang anhaltende Anti-Tumor-Immunität induzieren. Calreticulin-Translokation ist das Herzstück dieses Prozesses.

Guido Kroemer und Laurence Zitvogel zeigten 2007 in Nature Medicine: Der Unterschied zwischen einer „guten" (immunisierenden) und einer „schlechten" (nicht-immunisierenden) Tumorzell-Apoptose liegt in der CRT-Oberflächenexposition.

ICD-Mechanismus: CRT als Zentralschalter

ICD-induzierender Stimulus (Doxorubicin, Oxaliplatin):
→ ER-Stress → PERK-Phosphorylierung → eIF2α-Phosphorylierung
→ CRT-Translokation an Plasmamembran-Außenseite

Surface-CRT → SCARF1/LRP1 auf DC:
→ Phagozytose der Tumorzelle
→ Tumor-Antigen-Aufnahme
→ MHC-I Kreuzpräsentation
→ CD8+ T-Zell-Priming → Anti-Tumor-Immunität

Gleichzeitig: HMGB1-Freisetzung (TLR4-Aktivierung)
              ATP-Sekretion (P2Y11-Aktivierung auf DC)
→ DAMPs-Signatur = Vollständiger ICD

Klinische Relevanz bei Chemotherapie

CRT-Oberflächenexposition nach Chemotherapie korreliert mit Patientenprognose:

  • Brustkrebs: Doxorubicin-behandelte Tumoren mit hoher CRT-Expression → bessere immunologische Response
  • Kolorektalkarzinom: Oxaliplatin (ICD-Induktor) vs. Cisplatin (kein ICD) → Oxaliplatin klinisch überlegener
  • CALR-Mutation bei MPN (myeloproliferative Neoplasien): Gain-of-function in Stammzellen → therapeutisches Target

Synthetische CRT-Peptide als Impfstoff-Adjuvanzien

Peptide aus dem N-terminalen CRT-Bereich (CRT₁₋₁₈₀) können:

  • Als Impfstoff-Träger für Tumor-Epitope funktionieren (CRT-Fusionspeptide)
  • DC-Reifung direkt stimulieren
  • Anti-Tumor-Immunantworten ohne vollständigen ICD auslösen

Präklinische Daten in Maustumormodellen: CRT-Peptid-Vakzinen → verzögertes Tumorwachstum.

Einschränkungen

Calreticulin ist primär ein intrazelluläres Protein — lösliche CRT-Fragmente und synthetische CRT-Peptide sind nicht identisch mit dem ICD-Signal. Klinische Translation schwierig. Biomarker-Nutzung (CRT-Messung post-Chemo) noch nicht standardisiert. Redundanz mit anderen DAMPs (HMGB1, ATP) macht isolierten CRT-Beitrag schwer quantifizierbar.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Original Research2007

Calreticulin exposure dictates the immunogenicity of cancer cell death

Obeid M, et al. · Nat Med

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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