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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #156
#156

Buserelin

Suprecur® / Suprefact® – GnRH-Agonist Nasenspray

Was es ist

Buserelin (HOE 766, D-Ser(tBu)6-des-Gly-NH2(10)-LHRH) ist ein synthetisches GnRH-Dekapeptid-Analogon, entwickelt von Hoechst AG.

Die kritische Modifikation gegenüber nativem GnRH (GnRH I): D-Serin(tBu) in Position 6 (statt Gly6) und Ethylamid-Substitution an Position 10 (statt Gly10-NH2) – diese Änderungen erhöhen die Rezeptor-Affinität um das 20–200-fache und verlängern die biologische HWZ deutlich. Buserelin ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Suprecur® Nasenspray (für Frauen: Endometriose, IVF-Downregulation) und Suprefact® Injektionslösung/Implantat (für Männer: Prostatakarzinom) zugelassen.

Wofür es erforscht wird

  • Prostatakarzinom (medikamentöse Kastration)
  • Endometriose (Hyperöstrogenismus-Suppression)
  • IVF / ART (Downregulation gonadotroper Achse)
  • Uterusmyome (präoperative Größenreduktion)
  • Pubertas praecox (zentrales)
  • Frühgeburt-Prävention (experimentell)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Nasale Bioverfügbarkeit ~3%. HWZ nach s.c.: ~80 Minuten. Implantat (Suprefact® Depot): 2 oder 3 Monate Wirkdauer.

Anwendung in der Forschung

Prostatakarzinom: 6,3 mg Implantat s.c. alle 2 Monate oder 9,45 mg alle 3 Monate (Suprefact® Depot). Nasal: 400–600 µg/Tag (3× täglich). IVF: 200–300 µg/Tag nasal für Downregulation. EMA/BfArM zugelassen.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Buserelin war einer der ersten klinisch eingesetzten GnRH-Agonisten und wurde 1982 für Prostatakarzinom zugelassen – kurz nach dem Nachweis, dass paradoxerweise ein GnRH-Agonist (nicht -Antagonist) durch Desensitisierung zur medikamentösen Kastration führt.

Das Paradoxon der GnRH-Agonisten: Pulsatiler GnRH → LH/FSH↑ → Testosteron↑. Kontinuierliche GnRH-Exposition → GnRH-Rezeptor-Downregulation → Hypophysen-Desensitisierung → LH/FSH↓ → Testosteron↓ auf Kastrationsniveau.

Wirkmechanismus

  • Initial (Flare-Effekt, Tage 1–14): GnRH-R-Aktivierung → LH/FSH-Ausschüttung → Testosteron/Östrogen-Anstieg. Bei Prostatakarzinom kann der Flare vorübergehend Schmerzen/Symptome verschlechtern → Anti-Androgen-Vorbehandlung (Flare-Protection)
  • Dauerwirkung (ab ~2 Wochen): Rezeptor-Downregulation → Desensitisierung → Kastrationsniveau

Vergleich GnRH-Agonisten

WirkstoffMarkennameApplikationBesonderheit
BuserelinSuprecur®/Suprefact®Nasal, s.c., ImplantatNasal für Frauen
LeuprorelinLupron®/Eligard®Depot-InjektionMonatl./3-monatl.
TriptorelinDecapeptyl®Depot-Injektion1/3/6 Monate
GoserelinZoladex®Subkutanes Implantat"Stab"
NafarelinSynarel®NasensprayNur Endometriose

Endometriose und IVF

Bei Endometriose: Suppression der ovariellen Östrogen-Produktion → Endometriose-Herde atrophieren. Bei IVF: Buserelin unterdrückt vorzeitige LH-Peaks (die die Eizell-Reifung stören würden) – "Downregulation protocol".

Einschränkungen

Osteoporose-Risiko bei Langzeittherapie (>6 Monate) durch Östrogenmangel. Add-back-Therapie (niedrig-dosiertes Östrogen) kann Knochen schützen. Flare-Effekt beim Prostatakarzinom erfordert Vorsicht und Anti-Androgen-Abdeckung.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Klinische Studie1991

Proteins C and S in patients with advanced prostatic cancer

Oliveira PD, et al. · Thromb Res

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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