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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #116
#116

Bombesin

Amphibien-Neuropeptid – Vorbild des menschlichen GRP

Was es ist

Bombesin ist ein 14-Aminosäuren-Neuropeptid (Glu-Gln-Arg-Leu-Gly-Asn-Gln-Trp-Ala-Val-Gly-His-Leu-Met-NH₂), 1970 aus der Haut der europäischen Erdkröte Bombina bombina isoliert.

Es ist das amphibische Äquivalent der Gastrin-Releasing Peptide (GRP, Neuromedin B, Neuromedin C) bei Säugetieren. Bombesin/GRP bindet an GRPR (Gastrin-Releasing Peptide Receptor) und NMB-R (Neuromedin B Receptor). Beim Menschen reguliert GRP Gastrin-Freisetzung, glatte Muskelkontraktion im GI-Trakt und wirkt als starkes Sättigungssignal über vagale Afferenzen. GRPR ist in vielen Tumoren überexprimiert und ein Target für Radiopeptidtherapie.

Wofür es erforscht wird

  • Appetitregulation und Sättigung
  • Gastrin-Freisetzung und GI-Motilität
  • Tumor-Diagnostik (GRPR-PET-Imaging)
  • Radiopeptidtherapie (GRPR-positive Tumoren)
  • Schmerzmodulation (Bombesin/GRP in Rückenmark)
  • Lungenfibrose und neuroendokrine Tumoren

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Nativ sehr kurz (<5 Minuten). Radiopeptid-Analoga (⁶⁸Ga-GRPR-PET) klinisch genutzt.

Anwendung in der Forschung

Natives Bombesin/GRP: kein Therapeutikum. GRPR-Radioliganden (⁶⁸Ga-NOTA-Bombesin, ¹⁷⁷Lu-AMBA): in klinischen Studien zur Tumor-Bildgebung/-Therapie. RM26 (Bombesin-Antagonist): experimentell für Tumorbehandlung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Bombesin wurde 1970 von Vittorio Erspamer (bekannt für sein Amphibienpeptid-Programm) entdeckt. Erspamer isolierte aus Frosch-Hautsekret systematisch Peptide und fand in Bombesin ein Peptid mit außergewöhnlich starken gastrointestinalen Effekten.

Die Entdeckung, dass das menschliche GRP (Gastrin-Releasing Peptide) strukturell und funktionell Bombesin entspricht, machte das Frosch-Peptid zu einem wichtigen pharmakologischen Werkzeug. Heute ist Bombesin/GRP primär relevant für:

  1. Tumor-Diagnostik: GRPR ist in Prostatakrebs, Brustkrebs, Lungenkrebs und NET stark überexprimiert → Bombesin-Analoga als radiomarkierte Tracersubstanzen für PET-Bildgebung
  2. Appetitregulation: Als Proof-of-Concept-Werkzeug für die Sättigungsforschung

Wirkmechanismus

  • GRPR (Gastrin-Releasing Peptide Receptor, BB2): GI-Motilität, Gastrin-Freisetzung, Sättigung über vagale Afferenzen
  • NMBR (Neuromedin B Receptor, BB1): ZNS: Sättigung, Wachheit, Thermoregulation
  • Satiety-Signaling: Bombesin s.c. reduziert Mahlzeitgröße bei Ratten und Menschen
  • Tumorpromotion: Autokrines GRPR-Signaling fördert Tumorzell-Proliferation in GRPR-positiven Tumoren
  • Rückenmark: GRP/GRPR vermittelt itch-Juckreiz-Signalübertragung (nicht Schmerz!)

Tumor-Theranostik

Bombesin-Analoga sind klinisch genutzte Radioliganden:

  • Diagnostisch: ⁶⁸Ga-NOTA-Bombesin, ⁶⁸Ga-RM2 → PET-Bildgebung GRPR-positiver Tumoren
  • Therapeutisch: ¹⁷⁷Lu-AMBA, ¹⁷⁷Lu-DOTAGA-Bombesin → Radiopeptidtherapie

Diese Theranostik-Anwendung ist klinisch am fortgeschrittensten und am sinnvollsten.

Einschränkungen

Als Sättigungs-Therapeutikum nicht nutzbar (zu kurze HWZ, GI-Nebenwirkungen). Hauptwert liegt in der Tumor-Diagnostik und -Therapie über markierte Analoga.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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