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Therapeutische PeptideResearch Use OnlyProfil #84
#84

Apelin

APJ-Rezeptorligand – kardiovaskuläres Peptid

Was es ist

Apelin ist ein endogenes Peptidhormon mit mehreren biologisch aktiven Isoformen: Apelin-36 (36 AS), Apelin-17 (17 AS) und Apelin-13 (13 AS), wobei die 13-mer Form die häufigste aktive Variante ist.

Es ist der endogene Ligand des APJ-Rezeptors (Angiotensin Receptor-Like 1, APLNR) – ein GPCR, der 1993 als Waisrezeptor identifiziert wurde, bis 1998 Apelin als sein Ligand entdeckt wurde. Apelin wird im Herz, Lunge, Gehirn, Fettgewebe, Blutgefäßen und Nieren exprimiert und spielt eine Schlüsselrolle in der kardiovaskulären Homöostase.

Wofür es erforscht wird

  • Herzinsuffizienz (positiv inotrop, Phase II)
  • Pulmonale arterielle Hypertonie
  • Typ-2-Diabetes und Insulinsensitivität
  • Adipositas und Energiemetabolismus
  • Nierenfunktion und Wasserbalance
  • Angiogenese und Gefäßbiologie
  • Neuroprotektion und Schlaganfall

Stand der Forschung

Evidenzlevel: Phase II.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Apelin-17: ca. 5–8 Minuten (ACE2-Spaltung, Angiotensin-Converting Enzyme 2). Stabile Analoga in Entwicklung für längere Wirkdauer.

Anwendung in der Forschung

Kein zugelassenes Präparat. In klinischen Studien intravenös. BMS-986224 (Bristol-Myers Squibb, APJ-Agonist) in Phase II für Herzinsuffizienz. Peptid-Analoga mit erhöhter Stabilität in klinischer Entwicklung.

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Das Apelin-APJ-System wurde 1993 durch die Klonierung des APLNR als orphan GPCR entdeckt. Fünf Jahre vergingen, bis die japanische Gruppe um Kawamata 1998 Apelin als natürlichen APJ-Liganden aus bovinem Magenextrakt isolierte. Seitdem hat sich das Apelin-System als wichtiges kardiovaskuläres Peptidsystem etabliert.

Besonders interessant: Das Apelin/APJ-System und das Angiotensin/AT1R-System sind funktionell komplementär. Angiotensin II wirkt vasokonstriktorisch und profibrotisch; Apelin wirkt vasodilatatorisch und antifibrotisch. Bei Herzinsuffizienz sinkt Apelin, während Angiotensin II steigt.

Wirkmechanismus

Apelin wirkt über den APJ-Rezeptor (Gi-Protein-gekoppelt):

  • Positiv inotrop: Steigerung der Herzkontraktion über Ca²⁺-sensitisierende Mechanismen
  • Vasodilatation: NO-Synthase-Aktivierung → NO↑ → Gefäßrelaxation
  • Anti-Hypertrophie: Hemmung von Angiotensin-II-induzierten Fibrose und Hypertrophie
  • Diurese: Apelin wirkt der ADH-Wirkung entgegen → aquaretisch
  • Metabolisch: Insulinsensitivität↑, Glukoseaufnahme↑ in Skelettmuskel

Forschungsstand

Erste klinische Studien mit intravenösem Apelin-13 bei Herzinsuffizienz (Japp et al.) zeigten positiv inotrope Effekte ohne Tachykardie oder Vasokonstriktion – ein vorteilhaftes Profil im Vergleich zu klassischen Inotropika.

BMS-986224 (nicht-peptidischer APJ-Agonist) war in Phase II für Herzinsuffizienz, zeigte jedoch gemischte Ergebnisse. Stabilere Apelin-Peptid-Analoga (z.B. [Sar1]-Apelin-17, MM07) sind in frühen klinischen Studien für pulmonale Hypertonie. Das Feld gilt als therapeutisch hochinteressant.

STUDIEN

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