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Stoffwechsel & FettverbrennungResearch Use OnlyProfil #144
#144

Amylin

IAPP – Endogenes Sättigungshormon der Bauchspeicheldrüse

Was es ist

Amylin (IAPP, Islet Amyloid Polypeptide) ist ein endogenes 37-Aminosäuren-Peptidhormon, ko-sezerniert mit Insulin aus pankreatischen β-Zellen im Verhältnis ~1:100.

Es wurde 1987 unabhängig von Westermark und Cooper aus den amyloiden Ablagerungen in Typ-2-Diabetes-Bauchspeicheldrüsen isoliert. Amylin wirkt als neuro-hormonaler Modulator der postprandialen Glukosehomöostase und Sättigung. Es hemmt Magenentleerung, unterdrückt postprandialen Glukagonanstieg und signalisiert Sättigung über area postrema-Hirnstamm-Achse. Bei Typ-2-Diabetes ist Amylin ko-defizitär mit Insulin. Humanes Amylin aggregiert zum amyloiden Plaque (IAPP-Amyloid = pathologisches Kennzeichen des T2D).

Wofür es erforscht wird

  • Typ-1-Diabetes (Amylin-Defizit, Pramlintid-Ersatz)
  • Typ-2-Diabetes (postprandialer Glukose-Kontrolle)
  • Adipositas (Sättigungshormon)
  • Magenentleerungs-Regulation
  • IAPP-Amyloid und β-Zell-Zerstörung (Pathologie)
  • Kombinationstherapien (GLP-1 + Amylin)

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma ~10–15 Minuten. Pramlintid: ähnlich, 3× täglich subkutan.

Anwendung in der Forschung

Natives Amylin: nicht therapeutisch nutzbar (aggregiert zu toxischen Oligomeren). Pramlintid (Symlin®): stabiles Analogon, 60–120 µg s.c. direkt vor Mahlzeiten bei T1D und T2D. FDA-zugelassen 2005.

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Rechtlicher Hinweis – Research Use Only

Die hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Diese Substanz ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und darf nicht zur Anwendung am Menschen eingesetzt werden. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.

Hintergrund

Amylin wurde als Nebenprodukt der Diabetes-Pathologie entdeckt: die amyloiden Ablagerungen in den Langerhans-Inseln bei Typ-2-Diabetes bestehen aus aggregiertem IAPP. Diese Aggregation ist selbst toxisch für β-Zellen und trägt zur β-Zell-Erschöpfung bei T2D bei.

Gleichzeitig ist Amylin ein wichtiges Sättigungshormon: Persons ohne pankreatisches Amylin (z.B. nach Typ-1-Diabetes-Manifestation) haben gestörte postprandiale Glukagonsuppression und beeinträchtigtes Sättigungsgefühl.

Wirkmechanismus

  • Area Postrema (Hirnstamm): Amylin → AMY1R-3R → Sättigungssignal, Nahrungsaufnahme↓
  • Magenentleerung↓: Verzögert Glukose-Absorption → postprandiale Glukose-Spitzen abgepuffert
  • Glukagonsuppression: Hemmt postprandiale Glukagon-Freisetzung aus α-Zellen → hepatische Glukoseproduktion↓
  • Insulinsensitivierung: Synergismus mit Insulin für Glukose-Homöostase

Amylin vs. GLP-1 (Vergleich)

EigenschaftAmylinGLP-1
SekretionPankreas β-ZellenDarm L-Zellen
MagenentleerungHemmtHemmt
GlukagonHemmtHemmt
InsulinKo-sezerniertStimuliert
SättigungJa (Hirnstamm)Ja (Hypothalamus)
GewichtsverlustModeratStark
HWZKurz (~12 min)Sehr kurz nativ

IAPP-Amyloid als T2D-Risikofaktor

Humanes IAPP aggregiert spontan zu toxischen Oligomeren (im Gegensatz zu Ratten-IAPP). Diese Amyloidose ist ein Kennzeichen des Typ-2-Diabetes und könnte zur β-Zell-Zerstörung beitragen. Amyloid-Hemmer könnten in Zukunft T2D-Progression verlangsamen.

Kombinationstherapie (Zukunft)

Cagrilintid (stabiles Amylin-Analogon, Novo Nordisk) in Kombination mit Semaglutid (CagriSema) zeigt ~22% Gewichtsverlust in Phase II – deutlich stärker als GLP-1 allein.

Einschränkungen

Natives Amylin therapeutisch nicht nutzbar (Aggregation). Pramlintid ist zugelassen aber wenig genutzt (3× täglich Injektion, Übelkeit). Cagrilintid als Next-Gen-Lösung noch nicht zugelassen.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

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