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Therapeutische PeptideIn DE zugelassenProfil #133
#133

Abaloparatid

Tymlos® – PTHrP-Analogon für Osteoporose

Was es ist

Abaloparatid (BA058, Tymlos®) ist ein synthetisches 34-Aminosäuren-Analogon des PTHrP (Parathyroid Hormone-Related Protein, Aminosäuren 1–34), modifiziert für erhöhte Rezeptorselektivität.

Es wurde von Radius Health entwickelt und 2017 von der FDA zugelassen. Im Gegensatz zu Teriparatid (PTH 1-34-Analogon) bindet Abaloparatid bevorzugt den R0-Konformationszustand des PTH1R-Rezeptors (anabole Signalkaskade) gegenüber dem RG-Zustand (katabole cAMP-Überaktivierung). Dies soll zu mehr Knochenaufbau bei weniger hyperkalzämischen Nebenwirkungen führen.

Wofür es erforscht wird

  • Postmenopausale Osteoporose (Hochfrakturrisiko)
  • Male Osteoporosis (off-label)
  • Glukokortikoid-induzierte Osteoporose
  • Vergleich mit Teriparatid (ACTIVE-Studie)
  • Transiente Hyperkalzämie nach Injektion

Stand der Forschung

Evidenzlevel: klinisch.

Eigenständige Verifizierung empfohlen.

Halbwertszeit

Im Plasma ~1 Stunde. Täglich subkutane Injektion.

Anwendung in der Forschung

80 µg s.c. täglich. FDA (2017) zugelassen. EMA in Europa ebenfalls. Maximale Therapiedauer: 18–24 Monate (wie Teriparatid). Anschließend Anti-Resorptivum (Bisphosphonat oder Denosumab).

Vollständiges Profil mit Studienverweisen, Halbwertszeit und Forschungsanwendung – nur für Premium-Mitglieder.

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Verschreibungspflichtiges Medikament

Diese Substanz ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen und ausschließlich auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Die Inhalte dieser Seite dienen nur der Information über Forschungsstand und Wirkmechanismus – sie ersetzen keine ärztliche Beratung und stellen keine Anwendungsempfehlung dar.

Hintergrund

Abaloparatid ist das zweite zugelassene anabole Osteoporose-Therapeutikum (nach Teriparatid). Die Entwicklungsidee: PTHrP (ein endogenes Protein, das in der Schwangerschaft Knochen umbaut und im Knorpel exprimiert wird) hat im Gegensatz zu PTH weniger hyperkalzämische Nebenwirkungen. PTHrP-basierte Analoga könnten PTH1R anabole Signalwege selektiver aktivieren.

Das ACTIVE-Trial (JAMA 2016) zeigte überragende Fraktur-Reduktion: vertebral Frakturen -86% vs. Placebo (vs. Teriparatid -80% in historischen Vergleichen). Non-vertebral Frakturen: signifikante Reduktion. Zusätzlich weniger Hyperkalzämie als Teriparatid.

Wirkmechanismus

  • PTH1R R0-Präferenz: Abaloparatid bindet bevorzugt die „transiente” Konformation des PTH1R → kürzere cAMP-Aktivierung → mehr osteoblasten-anaboles Signaling, weniger osteoklasten-aktivierendes Signaling
  • Knochenformation↑: Osteoblasten-Aktivierung → neue Knochenmatrix-Deposition
  • Geringere Osteoklasten-Aktivierung: Weniger RANKL-Induktion als Teriparatid (theoretisch)
  • Transiente Hyperkalzämie: Kurzfristiger Ca²⁺-Anstieg nach Injektion (weniger als Teriparatid)

Vergleich Abaloparatid vs. Teriparatid

ParameterAbaloparatid (Tymlos®)Teriparatid (Forteo®)
SequenzPTHrP 1-34-AnalogonPTH 1-34
Fraktur-ReduktionÄhnlichÄhnlich
HyperkalzämieWenigerMehr
Dosierung80 µg/Tag20 µg/Tag
Max. Therapie18-24 Monate24 Monate
Osteosarkom-BoxwarningJa (Tiermodell)Ja (Tiermodell)

Einschränkungen

Osteosarkom-Boxwarning (Tierstudien bei hoher Dosis) – kein klinischer Befund aber Vorsichtshalber. Maximale Therapiedauer begrenzt. Nach Absetzen Anti-Resorptivum essenziell für Knochenerhalt. Teuer.

STUDIEN

Verlinkte Forschung

01
Phase III RCT2025

Abaloparatide effects on BMD in acetabular regions corresponding to DeLee and Charnley zones in women with postmenopausal osteoporosis

Sheth NP, et al. · Bone Rep

Hinweis: Wir empfehlen, jede zitierte Studie eigenständig zu prüfen. Aktualität, Methodik und Übertragbarkeit auf den Menschen sollten kritisch bewertet werden.

WEITERE PROFILE

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